Flavio Fuoli

Kurt Gutknecht möchte zeigen, dass es nicht nur die grossen Namen sind wie Brütsch-Rüegger oder das Screen-Gebäude in Urdorf, mit dem sich der Standortförderer erfolgreich beschäftigt hat.

Das Treffen mit dieser Zeitung, an dem er auch von seinem bevorstehenden Abgang berichten wird, findet bei der Firma Stucky, Profilleisten, 24 Mitarbeiter, Im Grossherweg 8, statt, einer mittelständischen Firma, die den Weg nach Urdorf und die Zusammenarbeit mit der Gemeinde nicht bereut hat.

Unternehmerfreundliches Urdorf

Hier hat Kurt Gutknecht tatkräftig bei der Ansiedlung mitgewirkt. Geschäftsführer Mark Hänni erklärt, wie man bei der Standortwahl aufs Limmattal und hernach auf Urdorf gekommen sei. Am 21. April 2005 kaufte man das Land, am 19. Februar 2006 wurde das Baugesuch eingereicht. Es sei unglaublich gewesen, wie schnell, nämlich am 19. Dezember 2006 bereits die Baubewilligung stand. «Das war eine sehr kurze Zeit. Urdorf zeigte sich sehr unternehmerfreundlich.» Am 17. März 2007 erfolgte der Einzug. Kurt Gutknecht unterstützte die Firma bei der Landsuche und war auch zugegen, als es Probleme wegen der Altlastenabklärung gab.

«Innovative Firma»

Kurt Gutknecht hatte stets mehr als nur den neuen Steuerzahler im Kopf. «Das Grundstück war verwahrlost. Der Neubau, der einen repräsentativen Charakter hat, ist gut fürs Image des Industriegebiets», denkt der Standortförderer. Ihm sei zudem daran gelegen, dass sich innovative Firmen als KMU im Industriegebiet ansiedeln würden, das trage zum guten Mix bei neben den vielen Dienstleistungsunternehmen. Es soll auch der Handel und das Handwerk zum Zug kommen.

Wohl seien neue Steuerzahler wichtig, befindet Gutknecht, aber die Qualität der Arbeitsplätze und der Firma stünde für ihn im Vordergrund. Die Firma Stucky habe zwar in Spreitenbach zwei Grundstücke zur Auswahl gehabt, sich aber für Urdorf entschieden, weil sie gespürt habe, dass man sie in Urdorf aktiv unterstützte», sagt Mark Hänni.

Kurt Gutknecht, bis 2002 Gemeindepräsident, nahm das Amt des Wirtschaftsförderers an mit der Aussicht, es auf Ende dieser Amtsperiode 2010 wieder abzugeben. Sein Amt wird in der Gemeindeverwaltung integriert. Patrick Müller, seit Juni neuer Leiter Stab, wird es bis Ende 2009 definitiv übernehmen. Kurt Gutknecht hat ihn in den letzten Monaten eingeführt, ihm sein Netzwerk gezeigt, ihn bei den Unternehmen bekannt gemacht, «damit er nahtlos die Aufgabe wird übernehmen können. Mein Aufhören wird fliessend sein», sagt Gutknecht.

Im vergangenen Jahr sei es ihm gelungen, die Leerbestände an Büroflächen um rund 20 Prozent auf 15 000 Quadratmeter zu reduzieren. Gewerbe- und Lagerflächen hingegen seien nur noch geringfügig vorhanden.

Wichtige Wirtschaftsförderung

Die Tätigkeit als Standortförderer ermöglichte Kurt Gutknecht, seine jahrzehntelang gemachten Erfahrungen in der Gemeinde, auch seine Kontakte, weiterhin nutzen zu können. Er begleitete dabei grössere Projekte, wie etwa die Umwandlung der riesigen Bauruine in Niederurdorf ins Screen-Gebäude, wo heute unter anderem die Firma CSC zuhause ist. Auch der Gestaltungsplan Bergermoos und der Verkauf von gemeindeeigenem Land an die Werkzeughandelsfirma Brütsch-Rüegger, die damit in Urdorf bleiben kann, kam durch die Mitarbeit von Gutknecht zustande.

«Nicht zuletzt dies hat mir gezeigt, wie wichtig eine aktive Standortförderung für eine Gemeinde sein kann», denkt Gutknecht. Von grossem Wert sei insbesondere auch die Bestandespflege und der Kontakt zu den bereits ansässigen Firmen in der Gemeinde. «Dies machte rund zwei Drittel meines ganzen Aufwands aus und wird auch von meinem Nachfolger so weitergeführt.

Marke Limmattal fördern

Überzeugt ist Gutknecht von der seit anderthalb Jahren bestehenden regionalen Standortförderung Limmattal, welcher alle Limmattaler Gemeinden ausser Aesch beigetreten sind. Hier gehe es um die Verbesserung der Marke Limmattal und um die Koordination von Ansiedlungsprojekten von Firmen. Die lokale Standortförderungen Urdorf, Schlieren und Dietikon würden mit der regionalen Standortförderung sehr eng zusammenarbeiten, ist der Urdorfer überzeugt. Die regionale Standortförderung sei keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zur lokalen.