Der Spatz in der Hand ist genug

Im Juni findet der zehnte Grenchenberglauf statt. Vorher führen die Organisatoren einen Schnupperlauf durch. Den Wunsch des Leichtathletikverbands, die Europameisterschaft im Berglauf durchzuführen, haben die Grenchner abgelehnt. Gegenwärtig sei eine solche Anstrengung für sie eine Nummer zu gross.

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Daniela Deck

Die Schweizer Meisterschaft am Grenchenberg 2006 ist noch in bester Erinnerung. Das gilt nicht nur für Läufer und Organisatoren. «Die Verantwortlichen beim Leichtathletikverband waren so begeistert, dass sie uns gefragt haben, ob wir dieses Jahr die Europameisterschaft durchführen», sagt Angelo Nicoletti. Er steht dem Organisationskomitee des Grenchenberglaufs vor. Die Freerunners, die treibende Kraft hinter dem Grenchenberglauf, fühlen sich geehrt. Dennoch haben sie Nein gesagt. Es war keine leichte Entscheidung, wie Nicoletti betont. «Trotz unseren Bemühungen ist das OK nicht voll besetzt. Wir suchen dringend

einen Sponsoringverantwortlichen.» Das allein gab aber nicht den Ausschlag. Die Organisatoren fühlen sich von der Stadt zu wenig unterstützt. Auf die bisherigen Läufe habe es von offizieller Seite kaum ein Echo gegeben, so der OK-Präsident.

Grenchenberglauf weiterentwickeln

Konfrontiert mit dieser Aussage, reagiert Stadtschreiber François Scheidegger erstaunt. «Abgesehen vom Unterstützungsbeitrag, den wir leisten, sind wir nie konkret angefragt worden. Ich weiss nicht, worin die Erwartung an uns besteht.» Persönlich findet Scheidegger den Grenchenberg-lauf einen guten Anlass, der durchaus ausgebaut werden könnte. «Die Durchführung einer Berglauf-Europameisterschaft wäre im Sinn der Stadt», ist er überzeugt.

Noch ist nicht aller Tage Abend. Nach Aussage von Nicoletti wird das OK sich beim Leichtathletikverband melden, wenn es später eine Möglichkeit sieht, eine Europameisterschaft durchzuführen. Bereits heute sind am Grenchenberglauf 130 Helfer und Helferinnen im Einsatz. Für eine EM wären es noch viel mehr. Denn mit der Organisation von Hotelbetten allein ist es nicht getan. Abgesehen von der vorgeschriebenen Eröffnungszeremonie bräuchten die Athleten Betreuung und ein Rahmenprogramm.

Musikbands feuern die Läufer an

Nun konzentrieren sich die Kräfte auf die Feier des Jubiläums am 21. Juni. Dabei setzt das OK weitgehend auf Bewährtes: Musikbands und Alphornbläser zum Anfeuern der Läufer an der Strecke; gratis Bustransport für die Zuschauer; eine enge Zusammenarbeit mit den Bergrestaurants, besonders mit dem Obergrenchenberg, bei dem sich das Ziel befindet; die Walkingstrecke als Rundkurs und Schülerläufe beim Haldenschulhaus am Startgelände (siehe Text unten). Bei den Erwachsenen erwartet Nicoletti rund 500 Teilnehmende, wovon sich erfahrungsgemäss manche erst am Starttag nachmelden.

Obwohl das OK den Verlust eines Sponsors beklagt, will es sich bei den Preisen für das 10-Jährige nicht lumpen lassen. «Alle erwachsenen Läufer bekommen eine schöne Sporttasche», verrät Nicoletti. Für den besten Fünftel jeder Kategorie gebe es Naturalpreise. Ob die Sieger Bares oder eine Uhr erhalten, sei noch nicht festgelegt.

Schnupperlauf mit Tipps zur Strecke

Auch die Vorbereitung der Läuferinnen und Läufer wollen die Organisatoren nicht dem Zufall überlassen. Sie bieten am 26. Mai am Abend einen Schnupperlauf an. In verschiedenen Stärkekategorien führen Vereinsmitglieder der Freerunners Interessierte durch die Strecke. Sie geben Tipps zum Einteilen der Kräfte. Denn nach Nicolettis Erfahrung hat es die letzte Etappe ab der Tiefmatt besonders in sich. Wegen der Organisation des Rücktransports muss man sich für den Schnupperlauf anmelden.

Schnupperlauf Anmeldung bis am 22. Mai an Telefon: 032 645 20 88 oder E-Mail:
info@grenchenberglauf.ch

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