«Der Spassfaktor muss stimmen»

Startklar: Marc Mühlethaler setzt sich schon jetzt ins rechte Licht. (Hanspeter Bärtschi)

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Startklar: Marc Mühlethaler setzt sich schon jetzt ins rechte Licht. (Hanspeter Bärtschi)

Vom Mister Nouss zum Mister Bern? Wenn Marc Mühlethaler aus Bollodingen diesen Schritt schafft, ist er direkt für die Mister Schweiz-Wahlen qualifiziert. Dazu muss er fünf «Gegner» hinter sich lassen.

Irmgard Bayard

Mit gestreiftem Poloshirt, halblangen Sommerhosen und gegeeltem Haar erscheint Marc Mühlethaler zum Interviewtermin. Klar sei er eitel, gibt er unumwunden zu. Das muss man wohl auch sein, um an einer Mister-Wahl teilnehmen zu können.

Die Fragen beantwortet er noch etwas unsicher. Kein Wunder, denn wie man sich Medien gegenüber verhält, erfährt er erst dieses Wochenende im Seminar von Mister Schweiz-Organisator Emanuel Eugster. «Ich lerne gerne Neues kennen», sagt er zum Grund, weshalb er an den Mister Bern-Wahlen teilnehme.

So verwundert es nicht, dass er bereits an den Fernsehsendungen Joya rennt (nach Angaben des Privatsenders Sat1 Schweiz die schnellste Dating-show) und Swissdate (Partnersuche bei Lokalsendern) mitgemacht hat. «Aber nicht, weil ich wirklich eine Partnerin suchte», betont er, obwohl er sich erst kürzlich von seiner Freundin getrennt habe. Dies ist auch der Grund, weshalb er vorübergehend wieder bei den Eltern wohnt.

Mit Menschen arbeiten

Der 27-Jährige ist gelernter Metzger und hat auch vier Jahre in diesem Beruf gearbeitet. «Eigentlich war vorgesehen, dass ich in das Geschäft meines Vaters einsteige», erzählt er. Deshalb ist er nun auch in einer Schreinerei in Madiswil tätig. Der Vater musste die Küchenbaufirma aber aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Deshalb ist die berufliche Zukunft des Juniors wieder offen.

Sich zum Hausmeister auszubilden, wäre eine Option. «Oder mit Behinderten arbeiten», sagt Mühlethaler, der schon öfters bei einer Verwandten an deren Arbeitsplatz, einer Schule für Behinderte, ausgeholfen hat. Wichtig ist ihm, dass er handwerklich und mit Menschen arbeiten kann, «denn ich bin nicht so der intellektuelle Typ», gibt er zu.

Und Model? «Warum nicht», sagt er. Denn etwas Erfahrung hat er bereits. Schliesslich wurde er 2008 bei einem Wettbewerb dieser Zeitung von den Lesern - oder wohl eher den Leserinnen - zum Mister Nouss gekürt. Das habe ihn als passionierten Hornusser zwar gefreut, sagt Mühlethaler, und auch seine Mutter sei stolz auf ihn gewesen, «aber eigentlich kam es mir eher wie eine Viehschau vor.»

Die Mister Bern-Wahl empfindet er bisher nicht so. Dort wollte der Bollodinger bereits vor zwei Jahren teilnehmen, verpasste aber die Anmeldefrist. Dieses Jahr hat ihn ein Kollege im Stich gelassen. «Abgemacht war, dass wir uns gleichzeitig anmelden. Ich habe Wort gehalten, er nicht.»

Unter den ersten Sechs

Rund 30 Bewerbungen seien eingegangen, sagt Mister Schweiz-Organisator Emanuel Eugster, der vorgängig Selektionswahlen in Zürich, Luzern und eben Bern durchführt. Eine interne Jury, darunter ein Fotograf, habe eine erste Auswahl zum Casting eingeladen, sechs davon haben es ins Finale geschafft. Wann die Mister Bern-Wahl stattfindet, kann Eugster nicht genau sagen. «Wir suchen noch immer geeignete Räumlichkeiten», so der Inhaber der Eugster TV Production. «Sicher diesen Herbst irgend einmal.»

Bis dahin gibt es für ihn und die Kandidaten noch einiges zu tun. Dieses Wochenende lernen die sechs Finalisten in einem Trainingscamp den Umgang mit den Medien, die richtige Körperhaltung, sicheres Auftreten und wie man moderiert. Zudem ist ein Foto-shooting geplant und es werden Videoporträts gedreht. «Wir ermöglichen den Kandidaten bis zur Wahl verschiedene Promotionsauftritte», erklärt Eugster, «so zum Beispiel als Barkeeper in VIP-Bars.» Vor allem darauf freut sich Marc Mühlethaler. «Dabei lernt man sicher interessante Menschen kennen», sagt er. Einziger Wermutstropfen: «Alle Anlässe finden in und um Zürich statt.» In Wetzikon zum Beispiel eine Messe, «aber während der Woche», bedauert Mühlethaler. Denn extra dafür frei zu nehmen, komme aus beruflicher Sicht derzeit kaum in Frage.

Nicht zu ernst nehmen

Überhaupt sei der Spassfaktor grösser als der ernst der Sache, und das müsse so bleiben. Auch wenn er sich über einen ersten Platz freuen würde. Als Preis winkt dem Sieger für ein Jahr ein Auto der oberen Klasse sowie die automatische Teilnahme an den Mister Schweiz-Wahlen. Die Zweit- und Drittplatzierten der regionalen Ausscheidung werden zum Mister Schweiz-Casting eingeladen.

Ob es sonst noch Preise gibt, weiss Mühlethaler nicht, es interessiert ihn auch nicht sonderlich. «Schliesslich ist es schon toll, dass ich unter den ersten sechs bin. Was zählt sind die Erfahrungen, die ich mache, Möglichkeiten die mir sonst nicht offen stehen», sagt er. Obwohl, ein Sieg wäre cool. «Ich denke schon, dass ich Chancen habe», sagt Mühlethaler und grinst verschmitzt.

Wer Marc Mühlethaler die Stimme geben will, kann dies unter www.mister-wahlen.ch (Finalisten 09, Mister Bern). Gemäss Emanuel Eugster wird das Voting in diesen Tagen aufgeschaltet.

Unter den sechs Finalisten befindet sich ein weiterer Oberaargauer. Claudio Knecht aus Bützberg stellen wir zu einem späteren Zeitpunkt vor.

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