Der Skulpturenweg wird länger

Am Skulpturenweg im Wald am Nordabhang der Gisliflue haben Thomas Lüscher (Thalheim), Hans Etter (Oberflachs) und Rolf C. Wyss (Härkingen) weitere Kunstwerke aufgestellt.

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Skulpturenweg
3 Bilder
«Ohne Titel» Holzplastik von Thomas Lüscher (Thalheim).
«Liebe» Skulptur von Rolf C. Wyss (Härkingen). Bilder: (Louis Probst)

Skulpturenweg

Aargauer Zeitung

Louis Probst

Der fragende Knabe («wo soll es hingehen?»), das Liebespaar, der Schrei, der Zauberberg, die Taubengruppe und das Windspiel - um nur einige der Kunstwerke am Skulpturenweg von Oberflachs zu nennen - sie alle haben jetzt sozusagen Gesellschaft erhalten. Am Dienstag haben Thomas Lüscher, Hans Etter und Rolf C. Wyss drei weitere Kunstwerke aufgestellt. Damit ist der Skulpturenweg, der im Wald etwas oberhalb des Naturfreundehauses beginnt und sich dem Weg zur Gisliflue entlang erstreckt, wieder etwas länger geworden.

Drei spannende neue Werke

«Jetzt geht es los», stellt Hans Etter als Titel über seine Skulptur aus Lägernkalkstein, die eine Figur zeigt, welche die Ärmel hochkrempelt. «Die Skulptur weist einen stilisierten Körper und einen figürlichen Kopf auf und stellt einen Waldarbeiter dar», erklärt er und lächelt dabei verschmitzt über die Spekulationen darüber, wer denn für den Kopf Modell gestanden haben könnte.

«Meine Skulptur, die aus einem Eichenstamm herausgearbeitet ist, trägt noch keinen Titel», stellt Thomas Lüscher fest. «Die Grundidee ist aus dem Bild eines Haufens von Ästen entstanden, die durch die Gewalt der Natur ineinander verflochten worden sind.»

«Liebe» betitelt Rolf C. Wyss sein Werk, eine Stele mit den Köpfen eines Liebespaares, die aus Kalkstein gearbeitet ist. «Es ist allerdings kein Solothurner Kalkstein», räumt der im solothurnischen Härkingen lebende Künstler lächelnd ein. «Der Stein kommt aus Spanien. Die Skulptur war mein Beitrag zu einer Ausstellung zum Thema Liebe.

Am Anfang war ein Baumstrunk

«Begonnen», sagt Thomas Lüscher, «hat alles mit dem Strunk einer Tanne. Der für das Revier zuständige Förster meinte, dass sich daraus doch eine Skulptur machen liesse. Als ich später diese Idee umsetzen wollte, war der Baumstrunk weg. Daher habe ich zu Hause eine meiner Skulpturen geholt und sie aufgestellt. In Absprache mit dem Förster habe ich später weitere Skulpturen platziert.» Das war, wie Thomas Lüscher sagt, vor etwa vier Jahren. Inzwischen stehen am Skulpturenweg rund ein Dutzend Kunstwerke verschiedener Künstler. Vor allem natürlich von Thomas Lüscher, aber auch von Hans Etter, Michel Veuve (Oberentfelden), Martin Häfeli (Oberentfelden) Roman Platz (Alvaneu) und jetzt auch von Rolf C. Wyss. «Plötzlich habe ich mich in der Rolle des Organisators und der Ansprechperson gesehen», sagt Thomas Lüscher. «Ich frage jeweils Bildhauerkollegen an. Und zwar solche aus der Region, aber auch - wie im Fall von Roman Platz, der im Bündnerland lebt und arbeitet - solche die von weiter her kommen.»

Der Skulpturenweg ist auch rechtlich hieb- und stichfest abgesichert. «Wir hatten von den Gemeindebehörden und den Forstorganen sämtliche Bewilligungen eingeholt», sagt Thomas Lüscher. «Wir sind dann allerdings vom Kanton gerüffelt worden, weil wir die kantonalen Amtsstellen nicht begrüsst hatten.» Inzwischen hat aber auch der Kanton sein Plazet erteilt.

«Es muss für alle stimmen»

«Mir ist es wichtig, dass es für alle stimmt», betont Thomas Lüscher. «Es bestand auch nie die Meinung, dass die Skulpturen fest hier sind. Sie bleiben im Eigentum des Künstlers, der auch die Verantwortung für seine Werke trägt und der sie jederzeit wieder holen kann.»