Quentin Schlapbach

Vor den drei Türen, die im ersten Stock in den Saal führen, liegt das Foyer. Vor und nach den Vorstellungen entsteht hier eine Begegnungszone, wo man bekannte Gesichter trifft und Meinungen über das gerade Erlebte austauschen kann. Da sich der Saal im ersten Stock befindet und kein Lift zur Verfügung steht, ist das Stadttheater nach wie vor nicht rollstuhlgängig. Vor den Vorstellungen stehen am Eingang jeweils Platzeinweiserinnen und Platzeinweiser, die den Besuchern helfen, den richtigen Sitzplatz zu finden.

Unterschiedliche Temperatur

Die Wände des Saales sind wie das Äussere des Gebäudes geprägt von griechischen Motiven aus der Theaterkunst. Die aufgehängte Decke, in deren Mitte ein Abluftkanal in Form einer Rosette emporsteigt, liegt elf Meter über dem Boden. Da die meisten Vorstellungen im Winter stattfinden, muss der Raum in dieser Zeit geheizt werden. Die Warmluftheizungsschächte befinden sich etwa zwei Meter über dem Boden des Saales. Da heisse Luft bekanntlich steigt, kommt es vor, dass die Heizungen auf Hochtouren laufen, um den Zuschauern unten im Saal ein einigermassen angenehmes Klima zu bereiten - was aber die Zuschauer auf der Galerie ins Schwitzen bringt, da der Temperaturunterschied in einem dermassen hohen Gebäude so gewaltig ist.

Die Akustik im Saal ist nach wie vor gut. Es gibt zwar einzelne Probleme in Vorstellungen, bei denen die Stimmen oder Instrumente technisch verstärkt werden, aber das ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass das Theater zu einer Zeit gebaut wurde, in der es noch keine Mikrophone oder sonstige Stimmenverstärker gab.

Fünfzigjährige Stühle

Grossgewachsene Besucher dürften sich wohl fragen, ob die Menschen vor hundert Jahren tatsächlich dermassen klein gewachsen waren, denn: Die Sitzabstände sind ziemlich eng bemessen. Die Stühle stammen allesamt noch aus dem Jahre 1955, als der Saal teilrenoviert wurde. Es zeugt von einem Qualitätsprodukt, dass die Stühle nach wie vor ihren Zweck erfüllen. Allerdings geht pro Jahr etwa jeder zehnte Stuhl kaputt, was beim Reparieren viel kreative Einfallskraft erfordert, da es für diese Stühle nirgendwo mehr Ersatzteile gibt.

Auf dem Weg in die Galerie hängen an den Wänden im Treppenhaus Bilder des Langenthaler Künstlers Johann Jakob Ritter, der diese dem Stadttheater geschenkt hatte. Es lohnt sich, ein paar Minuten früher ins Theater zu kommen, um die unglaublich detailreichen und farbenfrohen Bilder, die Ritter von seinen Reisen um die Welt gemalt hatte, zu bestaunen.