Der Parlamentspräsident spricht nicht mehr

In Schlieren scheint eine Tradition zu Ende zu gehen: Seit 2007 hält kein Präsident des Stadtparlaments mehr die 1.-August-Ansprache.

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Die 1.-August-Rede ist in der Stadt Schlieren Chefsache, sprich Aufgabe des Parlamentspräsidenten oder der Parlamentspräsidentin. Doch mit der Tradition scheint es vorbei zu sein. In den letzten zwei Jahren trat jeweils nicht der höchste Schlieremer ans Rednerpult, sondern eine Stellvertretung. Das ist 2009 nicht anders.

Anstelle des amtierenden Parlamentspräsidenten Thomas Widmer vom Quartierverein spricht am kommenden Samstag FDP-Gemeinderätin Doris Gantner. Der Grund: Widmer weilt in den Ferien. Doris Gantner springt für den Abwesenden in die Bresche. Interessant ist: Gantner wird bereits zum zweiten Mal in Folge das Wort erheben. Das gab es noch nie in der 35-jährigen Geschichte des Schlieremer Stadtparlaments. Doris Gantner hatte als Parlamentspräsidentin des Jahres 2007 bereits einmal die Chance am Nationalfeiertag aufzutreten. Doch sie tauschte damals mit ihrem Vizepräsidenten, SVP-Gemeinderat Thomas Grädel, das Rederecht - auch sie ferienbedingt. Grädel verzichtete dafür in seinem Präsidentschaftsjahr 2008 auf den Auftritt und übergab Gantner das Mikrofon auf dem Festplatz Fluegarten.

Nur einem Gemeinderat war es bislang vergönnt, wie Gantner zweimal die 1.-August-Ansprache halten zu dürfen: Markus Bärtschiger (SP). Auch hier lang ein in der Geschichte des Stadtparlaments einmaliger Grund vor: Er wurde bereits zum zweiten Mal höchster Schlieremer.

2002 allerdings wurde die Tradition in der Amtszeit von Beat Rüst (Grüne) aufgelockert. Er wollte der Jugend das Wort erteilen und übergab an die damals 16-jährige Nathalie Lack.

Die Rochaden zeigen, dass die Bedeutung der 1.-August-Rede geschwunden ist. Denn der Termin steht für einen Redner zwei Jahre im Voraus fest, in dem Moment nämlich, wenn er zum Zweiten Vizepräsidenten des Parlaments gewählt wird.

2010 kann Erwin Scherrer (EVP) als neuer Parlamentspräsident die Tradition wieder aufnehmen und hochhalten, so er denn will. (jk)

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