Andreas Tschopp

«Es ist die Vision der Egro Immo AG, in der Gemeinde Niederrohrdorf einen Raum mit Wohn- und Industrieliegenschaften zu schaffen, welcher sich durch seine architektonische Harmonie, durch seine Nachhaltigkeit – insbesondere im Bereich Energie und Umwelt – sowie durch seine Wirtschaftlichkeit hervorheben und in der Schweiz als Vorzeigeobjekt gelten soll»: Das steht zu lesen im Planungsbericht zum Gestaltungsplan für das am Dorfeingang von Niederrohrdorf gelegene Egro-Areal. Dieses gehört der eingangs erwähnten Egro Immo AG und umfasst gut 30000 m², die heute in der Industriezone liegen, weitere 6500 m² in der Wohn- und Gewerbezone sowie 14000 m² in der Wohnzone angrenzend in der Hintermatt.

Strassenverlegung für Neubau

Gemäss dem von der STPC-Hediger & Partner AG in Winterthur und Rupperswil (siehe «update») ausgearbeiteten Gestaltungsplan soll das Egro-Areal (ohne die Gebiete ennet dem Mülibach in der Hintermatt, die aber auch Teil der Gesamtplanung sind) in drei Zonen unterteilt und dereinst komplett neu überbaut werden. Kernstück dabei bildet der Bau eines neuen Industriegebäudes für die Egro Industrial Systems (EIS) im Südwesten des Areals, wo heute ein grosser Parkplatz liegt und die Moosstrasse auf geradem Weg in die Mellingerstrasse einmündet. Die Strasse zerschneidet dabei das Industrieareal und soll deshalb verlegt und künftig im kurvigen Verlauf um den geplanten Neubau herum in den Kreisel am Ortseingang geführt werden.

Diese Strassenverlegung, mit der auch der Abbruch des alten Schützenhauses und die Erstellung eines neuen Parkplatzes für die benachbarte Irniger Innenausbau AG verbunden ist, steht am Anfang der Neugestaltung. Sie könnte frühestens ab Herbst 2010 ausgeführt werden, wie Gemeindeammann Christoph Meiler erklärt.

Mit Erschliessungsvertrag

Nach der bis 15. Januar laufenden Mitwirkung und Vorprüfung parallel dazu beim Kanton werde der Gemeinderat eine Auswertung vornehmen und danach das weitere Vorgehen festlegen. Dazu gehört auch ein Erschliessungsvertrag, der nach Auskunft von Meiler noch vor der im Frühjahr geplanten Planauflage mit der Grundeigentümerin unterschrieben werden soll. Über die ebenfalls notwendige Zonenplanänderung mit Schaffung einer neuen Wohn- und Gewerbezone A am Mülibach soll voraussichtlich im Juni 2010 die Gemeindeversammlung befinden.

In der neu geschaffenen Zone WG A soll einerseits konventionelles Wohnen in vier maximal 35 Meter langen Gebäuden möglich sein, aber auch Wohnen im Alter. In diesem Fall wird es nur noch drei Gebäude mit maximal 45 Meter Länge geben, dafür wird die Ausnützung von 80 auf 95% erhöht. Vor der Realisierung der Neubauten am Mülibach sollen erst noch die bestehenden Shedhallen für die Egro Coffee Systems (ECS) und das Verwaltungsgebäude an der Mellingerstrasse saniert werden.

Quartierplatz mit Restaurant

Im Zuge dessen wird auch der Nord-Süd-Schenkel am so genannten Gründerbau abgebrochen und eine neue Fussgängerachse über das Firmenareal realisiert. Geplant ist dabei ebenso die Erstellung eines Quartierplatzes. Dort soll es dereinst auch eine Gartenwirtschaft geben beim im Gründerbau geplanten Restaurant. Das alles ist noch Zukunftsmusik, ebenso die geplante Ersetzung der Fabrikgebäude neben den Shedhallen und ein allfälliger Neubau an deren Stelle. Mit diesem würde zugleich die Neugestaltung des Egro-Areals abgeschlossen. Vorerst muss jedoch der Gestaltungsplan als Grundlage dazu rechtskräftig werden.

Wie in den Planunterlagen hervorgehoben wird, werde das Industrieareal der Egro damit verdichtet genutzt, ohne dass das Verkehrsaufkommen und die Zahl der Parkplätze (geplant sind deren 200, davon 80 in einer Tiefgarage) wesentlich erhöht werde. Vielmehr würden sogar mehr Grünflächen als nötig geschaffen und die Nachhaltigkeit verbessert mit dem Projekt, wird betont.