Basel
Der Nebel hat sich gelichtet

Den Eintritt zur CannaTrade erlauben die Veranstalter erst ab 18 Jahren. An der Hanfmesse bewegt man sich vielleicht im Grenzbereich der Legalität, aber eine Drogenhölle sieht anders aus.

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Hanfmesse in Basel

Hanfmesse in Basel

bz Basellandschaftliche Zeitung

Toprak Yerguz

Der erste Blick verrät: Das hier ist nicht Baselworld. An der internationalen Hanffachmesse CannaTrade sind Besucher und Aussteller definitiv nicht dieselben wie noch jene der Uhren- und Schmuckmesse im Frühjahr. Die CannaTrade ist Dreh- und Angelpunkt für alle Produkte um den Hanf.

Das hat Elternvereinigungen auf dem Plan gerufen, die sich gegen die «Drogenmesse» gewehrt haben (die bz berichtete). «Wir sind keine Kiffermesse», sagt Ben Arn bestimmt. Der Geschäftsleiter der CannaTrade hat sich schon in den Vorjahren daran gewöhnen können, dass die Messe unter besonderer Beobachtung steht.

In Bern, wo die CannaTrade ursprünglich beheimatet gewesen ist, haben Polizeibeamte laut Arn regelmässig die Hallen und Stände kontrolliert. «Ich denke, dass es in Basel ähnlich sein wird», sagte er am gestrigen ersten Messetag.

Von Bern nach Basel

Arn hielt aber fest: «Wir fühlen uns willkommen in Basel.» So willkommen, dass er offen lässt, ob die Messe im nächsten Jahr wieder in die Hauptstadt zurückkehrt. CannaTrade ist in diesem Jahr nur in Basel zu Gast, weil wegen der Eishockey-WM in Bern die Lokalitäten fehlen.

Man warte den Abschluss der Messe am Sonntag ab und werde dann Bilanz ziehen. CannaTrade habe sich zum Ziel gesetzt, in Basel mehr Besucher anzulocken als letztes Jahr in Bern; Damals kamen 10 000 Besucher. «Die Nähe zu Frankreich und Deutschland sollte uns helfen», hofft Arn. Und der 1. Mai als erster Tag der Messe sei wie ein zusätzlicher Sonntag, der viel Besucher anziehe.

Am ersten Tag konnte Arn noch keinen Unterschied feststellen zwischen Bern und Basel als Veranstaltungsorte. Es sei ihm jedoch aufgefallen, dass in Basel am 1. Mai gleichzeitig der Harassenlauf stattfindet. Zur Tatsache, dass die CannaTrade die Drogengegner mobilisiere, das Massenbesäufnis hingegen nicht, fand er nur: «Das ist lustig.»

Völlig vernebelt torkelte am ersten Tag der Messe jedenfalls niemand durch die Gänge. Süssliche Schwaden gab es zwar vereinzelt, aber ganz so schlimm wie von Elternvereinigungen befürchtet, ging es bisher an der Hanfmesse nicht zu.

An der Grenze zur Legalität

Dennoch: Es ist ein schmaler Grat, auf welchem die Aussteller bisweilen gehen. Das Hanfblatt als Logo ist noch harmlos, aber mehr oder weniger deutlich wird auch mit Hanf als Rauschmittel geworben. Dazwischen finden sich jedoch auch Hanfprodukte, die deutlich nicht für Kiffer gedacht sind: Von Hanfgetränken bis zu Textilprodukten wird gezeigt, dass Hanf auch eine normale Nutzpflanze sein kann. «Die sogenannt ‹guten› Hanfnutzer leiden unter dem Drogenimage», hatte Arn noch gesagt.

Die Polizei war nicht zu sehen an diesem ersten Messetag. Der einzige Polizist, der auffiel, ist Mario. Mario ist nicht wirklich Polizist, sondern wirbt in Uniform für «CleanUrin», einem Beutel, der mit synthetischem Urin gefüllt ist. «Schluss mit Paranoia», heisst es in der Werbung, die problemlose Drogentests verspricht.

Zurückhaltende Polizei

Der dortige Leiter des Standes - er möchte «Mosi» genannt werden - sagte zu seinen bisherigen Erfahrungen: «Es ist erst der erste Tag in Basel, bisher ging es gut und wir hatten keine Probleme. In Bern gab es einen Polizisten, der den ganzen Tag nichts anderes gemacht hat, als durch die Gänge zu gehen und Stände zu kontrollieren.» Das sei insofern nicht sehr sinnvoll gewesen, weil alle Aussteller ja wissen, dass sie sich nichts Illegales erlauben dürften. Erst recht nicht an einer Messe, die von Kritikern beobachtet werde.