Naturpark Thal
Der Naturpark Thal hats geschafft

Der Naturpark Thal darf sich nun offiziell regionaler Naturpark von nationaler Bedeutung nennen. Damit hofft Projektleiter Stefan Müller auf eine noch bessere Vermarktung der Dienstleistungen und Produkte.

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Natiurpark

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Solothurner Zeitung

Fabian Muster

Der Naturpark Thal hat nun auch die letzte Hürde übersprungen: Er erhält ab Januar 2010 das Label Regionaler Naturpark von nationaler Bedeutung, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) gestern mitteilte. Damit ist der Bezirk Thal die erste Region in der Schweiz, die den ganzen Prozess bis zur Labelanerkennung des Bundes durchlaufen hat. Das Label gilt für zehn Jahre und muss nach dieser Zeit erneut beantragt werden. Neben den Thalern erhält zugleich auch der Wildnispark Zürich-Sihlwald das Label Naturerlebnispark zuerkannt. Weitere sieben Parkprojekte wurden als labelwürdig ausgezeichnet und dürfen sich als Kandidat für das Label bezeichnen, darunter der Naturpark Jurapark im Aargau.

Mit «Riesenfreude» kommentiert Naturpark-Thal-Projektleiter Stefan Müller den Entscheid. «Es wäre eine Enttäuschung gewesen, wenn wir das Label nicht erhalten hätten», gibt er jedoch zu. Er habe es erwartet. Mit dem Entscheid hat das Bafu insgesamt befunden, dass der Betrieb des Naturparks für zehn Jahre aufrechterhalten werden kann, sagt Müller. Dies vor allem dank der «sehr gut institutionalisierten Geschäftsstelle» beim Verein Region Thal. Negative Punkte wurden keine vermerkt, so der Projektleiter weiter. Es gab allerdings diverse kleinere Anregungen von verschiedenen Bundesämtern.

Naturpark als Plattform nutzen

Mit dem Label erhofft sich Müller eine grössere Reichweite etwa bei der Vermarktung von Dienstleistungen und Produkten. Bereits arbeitet man mit Region Solothurn Tourismus zusammen. Bundesweit wird der Naturpark Thal durch Schweiz Tourismus und deren Naturreisen vermarktet. Und laut Müller sei es auch ein Ziel, dass Private vermehrt den Naturpark Thal als Plattform nutzen, um ihre Dienstleistungen anzubieten. Weiter muss jeder Naturpark ein Produktelabel für nachhaltig produzierte Waren vergeben. Der Verein Region Thal hat daher bereits vor einiger Zeit einen namhaften Kapitalanteil an der So-Natürlich GmbH übernommen (wir berichteten). Die Gesellschaft ist für die Lizenzierung von Regionalprodukten im Kanton zuständig. Das Thaler Sortiment soll dereinst zusätzlich mit dem Naturpark-Label versehen und in der Region abgesetzt werden.

Entscheid mit langer Vorlaufzeit

Mit der Labelanerkennung geht ein rund acht Jahre dauernder Prozess zu Ende. Mit dem Programm «ViThal» wurde von 2001 bis 2006 im Rahmen des Aktionsplanes Umwelt und Gesundheit des Bundesamtes für Gesundheit ein grosses Projekt im Bereich der nachhaltigen Regionalentwicklung umgesetzt. Im 2005/2006 wurde eine Machbarkeitsstudie für einen regionalen Naturpark ausgearbeitet. Diese kam zum Schluss, dass ein Potenzial für einen Naturpark vorhanden sei, um die bestehenden Natur- und Landschaftswerte sowie den sanften Tourismus zu fördern. Es wurde ein Projektdossier ausgearbeitet. Die Thaler Gemeinden via die Gemeindeversammlungen und danach der Kanton via Kantonsrat gaben Ende 2006 respektive im 2007 grünes Licht für das Projekt Naturpark.

Vor Jahresfrist wurde dem Naturpark mit der besten Bewertung aller Parkprojekte die Labelwürdigkeit zuerkannt. Er erhält damit vom Bund zwischen 2008 und 2011 1,42 Mio. Franken. Der Kanton leistet jährlich einen Beitrag von 150 000 Franken. Dazu kommt der «Parkfünfliber» der Gemeinden.

«Der grösste Aufwand war, alle Ideen und Projekte auf eine Reihe zu bringen und glaubwürdig zu verkaufen», sagt Müller im Nachhinein. Grosse Erleichterung sei vor allem die Verleihung der Labelwürdigkeit im letzten September gewesen, erinnert er sich. «Das war fast noch das grössere Highlight als das jetzt.»

Ein Fest mit Thaler Köstlichkeiten

Am 31. Oktober erfolgt die offizielle Übergabe des Labels durch Bafu-Vizedirektor Willy Geiger an Regierungsrat Walter Straumann auf dem Schloss Alt Falkenstein. Damit tritt der Naturpark von der Errichtungs- in die Betriebsphase. Auch die Bevölkerung kommt auf ihre Kosten: Im Kultursaal Haulismatt soll aus jeder Thaler Gemeinde «eine Köstlichkeit für den Gaumen» probiert werden können, wie Müller verrät.

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