Löwen
Der «Löwen» soll zum Bijou werden

Es ist ein ambitiöses Projekt, das Marcel Suter mit seiner «Post und Oldiereisen GmbH» anpackt: den Umbau und die Sanierung des bekannten Gasthofs Löwen im Dorfzentrum von Herznach.

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Löwen Herznach

Löwen Herznach

Aargauer Zeitung

Geri Hirt

Marcel Suter, Posthalter in Herznach, hat sich im Rahmen eines Pilotprojekts der Post vor wenigen Jahren selbstständig gemacht. Der einstige Posthalter ist längst zum innovativen Unternehmer geworden, der heute seinen Betrieb auf vier Standbeine abstützt: Post, Papeterie, Reisen und Catering. «Der Betriebszweig Catering hat sich am besten entwickelt», stellt Suter erfreut fest, weshalb in ihm die Idee reifte, einen Neubau mit Party-Küche zu erstellen.

In der Zwischenzeit ergab sich die Möglichkeit, den Gasthof Löwen käuflich zu erwerben - «zu einem sehr günstigen Preis», wie Marcel Suter betont. Mit dem geplanten Umbau, der den «Löwen» als Treffpunkt mit Hotelbetten aufwertet, ergibt sich die Möglichkeit, die Party-Küche innerhalb des Baukubus einzurichten.

Rücksichtsvoller Umbau

Der «Löwen» mit seinem charakteristischen Treppengiebel ist neben dem Kirchen-Ensemble zweifellos eines der markantesten Gebäude in Herznachs Ortskern, der von nationaler Bedeutung ist. Das Umbauprojekt ist im Vorfeld mit den verschiedenen kantonalen Stellen wie dem Ortsbildschutz besprochen worden.

Am äusserlichen Erscheinungsbild des «Löwen» wird, abgesehen von einer leichten Anhebung des Daches auf der Gebäuderückseite, nichts geändert. Der charakteristische Treppengiebel bleibt erhalten. Für Bauherr Marcel Suter ist es wichtig, die Bausubstanz zu erhalten, obwohl das Gebäude im Innern - aufgrund seines baulichen Zustandes - ausgekernt und die Statik verbessert werden muss. Prägende Teile wie die Holzbalken in der Gaststube oder die Rundbogen in der Säliwand werden wieder eingebaut. Es ist Suters Anliegen, das gemütliche Ambiente der Wirtschaft zu erhalten. «Die Gäste sollen sich wohl fühlen wie eh und je», sagt er. Mit dem Einbau eines Lifts wird das ganze Haus rollstuhlgängig.

Sieben Gästezimmer

Im Untergeschoss wird eine separate Küche für das Catering eingerichtet. Daran anschliessend wird der bisherige Keller- und Abstellraum zu einem vielseitig nutzbaren Party- und Schulungsraum mit 72 Sitzplätzen ausgebaut. Im ersten Obergeschoss lassen sich sieben zeitgemäss eingerichtete Doppelzimmer mit Dusche und WC sowie TV- und PC-Anschluss einrichten. Eines der Zimmer wird zudem behindertengerecht ausgestaltet. Ein zusätzliches Zimmer ist für das Personal reserviert.

Dank den laufenden Aktivitäten rund um das Bergwerk Herznach ist die Nachfrage nach Übernachtungsgelegenheiten stark gestiegen. Kleinere Wandergruppen finden heute im Bergwerksilo attraktive Gästezimmer, grössere Gruppen indessen können im Staffeleggtal nicht beherbergt werden. Hier sieht Marcel Suter eine Chance, mit einem entsprechenden Angebot eine Lücke füllen zu können. Er hofft aber auch, dass die grosse Investition in den «Löwen» von der einheimischen Bevölkerung ebenso geschätzt wird.

Die Funktion der altbekannten Wirtschaft als Treffpunkt unterstreicht Suter auch mit der Wahl der künftigen Geschäftsführerin, Berti Erismann. Sie ist weit über das Staffeleggtal als Wir-tin bekannt, hat sie doch unter anderem während Jahren erfolgreich im «Jäger» in Herznach gewirtet. «Dass Berti Erismann als Geschäftsführerin einsteigt, war für mich Bedingung für den Kauf des ‹Löwen›», unterstreicht Marcel Suter den Stellenwert, welcher der künftigen Betreiberin des Gasthofs zukommt.

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