Alterswohnheim Lindenhof
Der Lindenhof erhält neues Rechtskleid

An seiner gestrigen Versammlung beschloss der Verein Pro Senectute Amt Aarwangen seine Auflösung; das Vermögen geht an die Pro Senectute Emmental-Oberaargau. Zuvor wurde das vom Verein getragene Alterswohnheim Lindenhof in eine Stiftung ausgelagert.

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Alterswohnheim Lindenhof

Alterswohnheim Lindenhof

Solothurner Zeitung

Olivier Andres

Was sich bereits seit längerem abzeichnete, wurde gestern Tatsache: Das Alterswohnheim Lindenhof wird rückwirkend auf Anfang 2009 in eine Stiftung ausgelagert und sein Trägerverein, die Pro Senectute Amt Aarwangen, wird aufgelöst, respektive mit dem Regionalverein Pro Senectute Emmental-Oberaargau fusioniert. «Unser Verein hat keine Funktionen mehr», sagte Beat Ruckstuhl, Präsident der Pro Senectute Amt Aarwangen, anlässlich der gestrigen letzten Vereinsversammlung.

Mit den wachsenden Aufgaben, der Professionalisierung und der Gründung des Regionalvereins Emmental-Oberaargau im Jahr 2003 seien die operativen Aufgaben der Amtsvereine grösstenteils weggefallen. Mit der Abschaffung der Amtsbezirke im Zuge der Bezirksreform per 2010 sei ein Beibehalten dieser Organisationsform zudem wenig sinnvoll. Die Vereine der Ämter Trachselwald und Signau lösen sich gemäss Ruckstuhl ebenfalls auf. Und bis auch die vorerst noch bestehenden Vereine der Ämter Wangen, Burgdorf, Fraubrunnen und Konolfingen nachziehen müssten, sei es wohl bloss eine Frage der Zeit.

Ortsvertreterinnen weiter betreut

Die anwesenden Mitglieder folgten dieser Argumentation und beschlossen die Auflösung der Pro Senectute Amt Aarwangen rückwirkend per 1. Januar 2009 einstimmig. Das verbleibende Vereinsvermögen von gegen 60 000 Franken wird der Pro Senectute Emmental-Oberaargau übergeben. Sie wird in Zukunft auch die bisher von der Amtssektion durchgeführte Herbstsammlung organisieren. Auch wird die Pro Senectute Emmental-Oberaargau die Betreuung der Ortsvertreterinnen übernehmen, wie Regionalleiter Markus Schneeberger mitteilte. Mit der Auflösung der Amtssektion erlischt dagegen die Mitgliedschaft deren Mitglieder. Denn eine private Mitgliedschaft bei der Regionalorganisation ist nicht vorgesehen, dort sind ausschliesslich die Amtssektionen Mitglied. Da sich diese nun nach und nach auflösen, sei der Regionalverein aber wohl bald zum Handeln gezwungen, bemerkte Ruckstuhl.

Alterswohnheim steuerbefreit

Bevor die Pro Senectute Amt Aarwangen jedoch aufgelöst werden konnte, musste das Alterswohnheim Lindenhof, das bisher vom Verein getragen wurde, in ein neues Rechtskleid überführt werden. «Wir haben verschiedene Varianten geprüft», sagte Ruckstuhl, wobei sich die Form einer Stiftung als am geeignetsten herausgestellt habe. Die notwendigen Voranfragen seien gemacht worden und bereits lägen alle Bewilligungen der Aufsichtsbehörden vor. Auch die beantragte Steuerbefreiung - ein für den Betrieb des Alterswohnheims wesentliches Element - sei «wegen Erfüllung eines öffentlichen Zweckes» zugesichert worden.

Als Zweck sieht die «Stiftung Lindenhof Langenthal» laut Ruckstuhl die Führung des Alterswohnheims Lindenhof sowie die «institutionelle Altersbetreuung in der Region Langenthal» vor. «Der Stiftungszweck ist wie eine heilige Kuh, er kann praktisch nicht verändert werden», sagte Ruckstuhl und betonte damit, dass die Zukunft des Alterswohnheims gesichert ist. Bei einer allfälligen Auflösung der Stiftung müsse das Vermögen zudem zwingend an eine andere steuerbefreite Organisation der Pro Senectute übergehen.

Einstimmig erteilten die Anwesenden dem Vorstand der Pro Senectute Amt Aarwangen die Kompetenz zur Gründung einer Stiftung und genehmigten die anschliessende Übertragung sämtlicher Aktiven und Passiven des Lindenhofes an die Stiftung. Der nun folgende «Fahrplan» sei straff, sagte Ruckstuhl: Noch Ende dieser Woche werde die Stiftungsurkunde unterzeichnet , anschliessend erfolge der Eintrag ins Handelsregister und bereits Mitte Juni sollte die Stiftungsgründung abgeschlossen sein. Geleitet wird die Organisation durch den bisherigen Betriebsausschuss des Lindenhofs. Die Versammlung wählte Beat Ruckstuhl (Präsident), Hans-Ulrich Jordi, Hans Gfeller, Monique Regenass und Brigitte Zimmermann in den Stiftungsrat. Revisionsstelle ist die LMK Revisions AG.

Beeinträchtigungen durch Bauarbeiten

Auf die Bewohner des Lindenhofes habe diese Umstrukturierung keine Auswirkungen, betonte Ruckstuhl. Zu Beeinträchtigungen führen hingegen die verschiedenen Bauarbeiten im Alterswohnheim. «Das Jahr 2009 ist ein Baujahr», sagte Heimleiterin Bernadette Eichmüller. So werden etwa die Etagen erweitert und der Lift im Siedlungsgebäude saniert. Bereits abgeschlossen ist hingegen die Küchensanierung. Gemäss Eichmüller können die provisorischen Einrichtungen zurückgebaut und der ganze Esssaal wieder den Bewohnern zur Verfügung gestellt werden. Am 6. Juni wird schliesslich auch das Lindenhof-Restaurant wieder eröffnet. «Der Lindenhof steht nicht still», sagte Betriebsausschuss-Mitglied und Architekt Hans-Ulrich Jordi und versprach, bei den Bauarbeiten grösstmögliche Rücksicht auf die Bewohner zu nehmen.

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