Selzach

Der Kiebitz wurde gesichtet

Ökologischer Nutzen: Noch ist die Vegetation nocht allzu üppig, doch bald soll hier ein Auenwald entstehen.

Insel

Ökologischer Nutzen: Noch ist die Vegetation nocht allzu üppig, doch bald soll hier ein Auenwald entstehen.

Seltene Zugvögel machen in Selzach halt und bereits haben Kiebitz und Flussregenpfeifer gebrütet. Die Fachleute sind zufrieden mit der Entwicklung des renaturierten linken Aareufers in Selzach.

Rahel Meier

Im Sommer 2007 gab es nur zufriedene Gesichter. Die Instandsetzung des linken Aareufers in Selzach (wir berichteten) wurde als gelungen bezeichnet. Die Entwicklung von Flora und Fauna wurde seither beobachtet und gibt den Fachleuten Recht. So haben Zugvögel die zurückgebauten Aareinseln, die zu einer Auenlandschaft werden sollen, schon sehr schnell entdeckt und nutzen sie während ihres Fluges nach Süden oder zurück in den Norden als Rastplatz.

Der seltene Flussregenpfeifer und auch ein Kiebitz haben in den letzten zwei Jahren gebrütet. «Die Brut hat aber vermutlich bei beiden Vögeln nicht überlebt», bedauert Rolf Glünkin, Abteilung Natur und Landschaft im Amt für Raumplanung. Dies hatte allerdings mit Faktoren wie den Witterungsbedingungen zu tun.

Innerhalb kürzester Zeit wurde die neu gestaltete Flusslandschaft zudem von den heimischen Störchen, Blesshühnern, Enten und Schwänen in Beschlag genommen. Die Auenlandschaft ist übrigens als Naturreservat gekennzeichnet und sollte nicht betreten werden. Nicht ganz passend dazu ist die Steinreihe entlang der renaturierten Inseln. «Wir haben diese noch stehen gelassen. Mit der Zeit werden sie ganz verschwinden.»

Vegetation entwickelt sich langsam

Die Vegetation entwickelt sich dafür etwas langsamer, als erwartet. Das macht Glünkin allerdings kein Kopfzerbrechen. Erste Weidengebüsche wachsen bereits. Mit der Zeit sollten sich auch grössere Büsche ansiedeln und ein Auenwald entstehen. Das Schilf, das zum Teil verpflanzt wurde, entwickelt sich laut Glünkin ebenfalls gut. Für die Blesshühner ist Schilf ein Leckerbissen, weshalb sie im Frühling gerne davon fressen. Das Schilf sei aber stark genug, sich wieder zu regenerieren und wachse problemlos nach. «Wir verzichten deshalb darauf, die Pflanzen durch ein Gitter zu schützen.»

Flachufer bewährt sich

Die Renaturierung der Aareinseln war der eine Teil der vor zwei Jahren ausgeführten Arbeiten. Gleichzeitig wurde auf einer Länge von 1500 Metern ein Flachufer aufgeschüttet. Dieses sollte der Uferwegsicherung dienen. Auch diese Massnahme hat sich laut Glünkin bisher voll bewährt. «Wir hatten keine weiteren Schäden mehr durch den Wellenschlag der Schiffe.»

Der Weg entlang der Aare ist ein beliebter Spazierweg und wird an schönen Tagen rege genutzt. Auch das Flachufer werde benützt und immer wieder würden auch Feuerstellen errichtet. «Diese schwemmt es bei Hochwasser allerdings immer gleich wieder weg.» Möglich, dass sich die Vegetation am Flachufer eher langsam entwickle, weil die Ufer von den Erholungssuchenden fast zu stark genützt würden. «Als problematisch schätze ich auch ein, dass ausserordentlich viel Hundekot am Aareufer liegengelassen wird», sagt Glünkin. Noch nicht untersucht ist die Auswirkung des Flachufers auf das Profil der Aare. Dieses dürfte sich mit den Jahren verändern. «Das ist allerdings ein Prozess, der sehr langsam von sich geht», meint Glünkin.

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