Der Kanton überprüft sein eigenes Lehrstellenangebot

Der Regierungsrat will prüfen, ob der Kanton künftig mehr Lehrstellen anbieten kann.

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Limmattaler Zeitung

Daniel Winter

Der Kanton will als Arbeitgeber den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit und Lehrstellenmangel forcieren. So soll geprüft werden, «ob das Gesamtangebot an Lehrstellen» in der kantonalen Verwaltung «nochmals erhöht werden kann», wie der Regierungsrat in seiner Antwort auf ein dringliches Postulat der Limmattaler Kantonsräte Lars Gubler (Grüne, Uitikon) und Kurt Leuch (EVP, Oberengstringen) schreibt. Zusammen mit Susanna Rusca (SP, Zürich) hatten Gubler und Leuch den Regierungsrat aufgefordert, «in der kantonalen Verwaltung so rasch wie möglich und auf breiter Front die zweijährige Grundausbildung mit Attest anzubieten». Die Regierung ist bereit, den Vorstoss entgegenzunehmen.

Die Zahl der Lehrlinge sei beim Kanton im Verlauf der letzten fünf Jahre von 647 auf rund 850 gestiegen, schreibt der Regierungsrat in seiner Stellungnahme weiter: Trotz Sanierungsprogrammen habe der Kanton als Arbeitgeber in die Ausbildung investiert und die dazu nötigen Mittel bereitgestellt.

Attestlehre forcieren

Bereits heute biete die Verwaltung neben Ausbildungsplätzen für eine drei- oder vierjährige berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis auch solche für eine zweijährige berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) an. Gemäss Regierungsrat werden mit Lehrbeginn 2009 «voraussichtlich zehn Jugendliche» eine Grundbildung mit EBA starten - und zwar in den Berufen Büroassistenz, Hotellerieangestellte und Informatikpraktiker. Darüber hinaus kläre das Personalamt ab, in welchem Umfang «bestehende und neue berufliche Grundbildungen mit EBA» in der kantonalen Verwaltung und ihren Betrieben angeboten werden können.

Von den rund 100 Jugendlichen, die Ende Juli die Lehre in der kantonalen Verwaltung abschliessen, dürften nach Angaben des Regierungsrats die meisten den Einstieg in die Berufswelt schaffen oder zumindest eine Anschlusslösung vorweisen können. Ein Teil der Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger bleibe weiter beim Kanton beschäftigt.

Die Finanzdirektion habe die Direktionen und die Staatskanzlei Mitte Mai aufgefordert, bei der Besetzung offener Stellen wenn immer möglich «eigene, gut ausgebildete Nachwuchsfachkräfte» zu berücksichtigen. Ausserdem sollten die kantonalen Stellen «notfalls» prüfen, «ob den Lehrabgängerinnen und Lehrabgängern mindestens ein von der Arbeitslosenversicherung mitfinanzierter Praktikumsplatz angeboten werden könnte», schreibt der Regierungsrat in der Antwort auf einen weiteren Vorstoss von Kurt Leuch und Lars Gubler.

Überbrückungsmassnahmen

Gemeinsam mit Karin Maeder (SP, Rüti) ersuchten die beiden Limmattaler Kantonsräte den Regierungsrat «dafür zu sorgen, dass keine beim Kanton ausgebildeten Jugendlichen nach dem Lehrabschluss in die Arbeitslosigkeit entlassen werden». Der Kanton als Arbeitgeber und Lehrbetrieb müsse Vorkehrungen treffen, falls sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter verschärfe und die Jugendarbeitslosigkeit weiter steige, greift die Regierung in ihrer Stellungnahme den Ball auf: «Für diesen Fall müssen zusätzliche überbrückende und effiziente Massnahmen sowie die damit verbundenen Kostenfolgen geprüft werden.» Auch dieses dringliche Postulat will die Kantonsregierung entgegennehmen.

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