Graziella Hartmann

Der 1. Oktober 2009 ist für Ammerswil ein geschichtsträchtiges Datum. Nach über 31 Jahren im Dienste der Gemeinde hat Eugen Schärer seinen letzten Arbeitstag. «Für uns war klar, dass man an einem solchen Tag nicht einfach das Licht löscht und die Tür schliesst», erklärt Gemeindeammann Hanspeter Gehrig. So deckte der Gemeinderat im Werkhof den Tisch mit Brot, Wurst sowie Getränken und im gemeinsamen Gespräch fanden diverse Anekdoten Platz.

Als Abwart des Schulhauses hatte Eugen Schärer einen Abstellraum im Gebäude, für den es nur einen Schlüssel gab. «Während der Bauarbeiten für ein Jugendfest habe ich ausnahmsweise auch einen bekommen», erzählt Hans-peter Gehrig. Als er dann nach dem Fest für Aufräumarbeiten im Schulhaus unterwegs war, habe ihn ein Mädchen äusserst kritisch gemustert und ihm klar gemacht: «Das isch em Eugen sis Rümli.»

Eugen Schärer lächelt. «Ja die Kinder werden mir wahrscheinlich fehlen», bekennt er und schildert die Sammlung von Zeichnungen, die er zum Abschied bekommen habe. «Dass ich die Brunnen putze und häufig Traktor fahre, ist ihnen aufgefallen.» «Ausserdem hast du immer herausgefunden, wenn einer Blödsinn gemacht hat», fügt Vizeammann Bernhard Murri hinzu. «Das war auch nicht schwer, ich war 25 Jahre Jugi-Leiter. Ich kannte die Kinder», erklärt Eugen Schärer.

Käthi Schärer, die daneben sitzt, schmunzelt wissend. Auch sie ist seit 1978 an den Aufgaben Eugen Schärers beteiligt. Im wahrsten Sinne des Wortes, wie Bernhard Murri erklärt. «Im ersten Arbeitsvertrag stand nämlich noch, dass die Frau 20 Stunden pro Monat mitzuhelfen hat.» «Ich war sozusagen im Lohn inbegriffen», wirft Käthi Schärer ein.

Diesen Passus findet man im Arbeitsvertrag von Nachfolger Martin Berchtold nicht mehr. Doch er ist sich mit Eugen Schärer einig: «Ohne die Unterstützung der Partnerin geht nichts.» Die erste Bewährungsprobe steht Martin und Erika Berchtold unmittelbar bevor: Schärers fahren in Urlaub. Doch Eugen Schärer ist zuversichtlich: «Die kriegen das hin.»