Der grosse Tag

Obwohl die dominikanische Kultur sehr familiär ist und viel Zeit zuhause beinhaltet, ging diese Woche alles ein bisschen drunter und drüber. Nach den letzten Wochen voller Vorbereitungen und einer Hauptprobe bis um ein Uhr nachts war am Freitag dann endlich der grosse Tag: 27. November; Lanzamiento des Colegio „Educare“.

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Lanzamiento

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Tanja Enseroth

Schon der ganze Tag war die Stimmung angespannt und der Stress riesig. Nach der Schule ging es nach Hause um was zu essen, zurück in die Schule um zu dekorieren, zurück nach Hause um sich zu duschen um danach schon geschminkt zu werden.

Tanja Enseroth Tanja Enseroth, (17), aus Wölflinswil besucht das Gymnasium in Muttenz BL. Seit Ende August verbringt sie ein Austauschjahr in der Dominikanischen Republik, wo sie bei Gastmutter Olga und deren drei Kindern Santiago (23), Juan (22) und Catherine (19) in Moca nahe der Hauptstadt Santiago wohnt.

Tanja Enseroth Tanja Enseroth, (17), aus Wölflinswil besucht das Gymnasium in Muttenz BL. Seit Ende August verbringt sie ein Austauschjahr in der Dominikanischen Republik, wo sie bei Gastmutter Olga und deren drei Kindern Santiago (23), Juan (22) und Catherine (19) in Moca nahe der Hauptstadt Santiago wohnt.

Zur Verfügung gestellt

Pünktlich und damit gleichzeitig viel zu früh traf ich um 18 Uhr im Hause eines Klassenkameraden ein, wo sich die ganze Bande umziehen und zusammen zu ihrem grossen Auftritt aufbrechen sollte. Um 19 Uhr fingen die Leute endlich an einzutrudeln und niemand beachtete die Zeit, obwohl das Lanzamiento schon vor einer halben Stunde hätte beginnen sollen.
Als dann aber zwei Stunden später immer noch zwei Personen fehlten sowie die Autos für die grosse Einfahrt und zu allem hin noch verkündet wurde, dass die Musik versagt, brach endgültig die Panik aus. Unter lautem Geschrei wurde ein Plan B erfunden, bis schlussendlich die Wagen und die vermissten Personen doch noch eintrafen.

Als wir dann endlich geordnet nach Gruppen der 60er, 70er und 80er Jahren einfuhren, war alles vergessen und der Auftritt viel zu schnell vorbei. Doch nur der Auftritt, denn die Nacht war noch lange nicht zu Ende und so feierten wir noch bis in die frühen Morgenstunden.

Wer jetzt aber denkt, ich hätte mich den Rest meines Wochenendes zuhause ausschlafen können, hat sich getäuscht: Nach einer sehr kurzen Freitagnacht versprach die des Samstages nicht sehr viel länger zu werden, denn ich nahm an einem Angelito teil. Ein Angelito ist hier in der Weihnachtszeit eine Tradition in einer Gruppe von Freunden, welche folgendermassen funktioniert: Bei einem ersten Treffen werden die Namen aller Teilnehmer auf ein Zettelchen geschrieben und dann verteilt, so das schlussendlich jeder ein Zettel mit einem Namen hat, den er aber streng geheim hält. Beim nächsten Mal treffen sich wieder die gleichen Personen und beschenken jeweils ihren „Zettelchenpartner" mit Süssigkeiten - natürlich ohne seine Identität preiszugeben. Dies wird so weitergeführt bis an Weihnachten, wo das Geschenk grösser wird und auch persönlich übergeben wird.

So kam ich samstags nach einem „Angelitoabend" mit Freunden, Musik und viel - dominikanischer - Schokolade auch nicht gerade zeitig ins Bett und war froh, sonntags endlich mal wieder ausschlafen zu können. Doch aus faulenzen wurde auch an diesem Tag nichts, denn schliesslich beginnen am Dienstag bereits die Abschlussprüfungen des Semesters. Na dann, ab über die Bücher!