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Der Gemeinderat hat für frischen Wind gestimmt

Bellach unterstützt die Erstellung einer Windkraftanlage im Gebiet Stallfluh/Althüsli und führt Beschwerde gegen einen Bericht des Kantons. Finanzielle Unterstützung erhält künftig der Verein Kinderhaus Momo.

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Wind

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Solothurner Zeitung

Ralph Möll

Der Gemeinderat Bellach hat einstimmig beschlossen, Beschwerde gegen einen Einwendungsbericht des Bau- und Justizdepartements zu erheben. Er unterstützt damit die Bestrebungen, im Gebiet Stallfluh/Althüsli eine Windkraftanlage zu bauen (wir berichteten). Nach Lommiswil ist Bellach damit die zweite Gemeinde, die mit der Ansicht des Kantons nicht einverstanden ist, und die besagtes Gebiet gerne auf dem Richtplan für Windanlagen im Kanton Solothurn sähen. Heute Donnerstag Abend entscheidet mit Selzach die dritte und letzte Gemeinde, ob sie Beschwerde führen wird.

Der Kanton lehnt die Aufnahme des Gebiets im Richtplan ab, weil es im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) liegt. Markus Schedler, einer der Initianten der Windanlage, zitierte allerdings aus einem Bericht der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates von 2003. Demzufolge seien BLN-Gebiete nicht a priori tabu für solche Anlagen. «Wichtig ist, dass man das Potenzial dieser Region nutzen kann.» Die geplanten vier Windkrafträder könnten 16 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren, was ausreichen würde, um Bellach, Selzach, Bettlach und Lommiswil zu versorgen. «Und», erklärte Schedler, «einen besseren Standort gibt es im Kanton Solothurn nicht.»

90 000 Franken für Kinderhaus Momo

Auch die Leistungsvereinbarung mit dem Verein Kinderhaus Momo genehmigte der Gemeinderat. Diese regelt die Unterstützung der Gemeinde für den Verein, der in Bellach familienergänzende Kinderbetreuung anbietet. Weil die Leistungsvereinbarung bereits in der zweiten Hälfte dieses Jahres in Kraft tritt, musste der Rat einen Nachtragskredit über 36 500 Franken sprechen.

Pro Jahr unterstützt die Gemeinde den Verein künftig mit maximal 91 300 Franken. Weil dieser Betrag aber die Kompetenz des Gemeinderates für wiederkehrende Kosten übersteigt, wird die Gemeindeversammlung im kommenden Dezember darüber befinden müssen. Das Kinderhaus Momo schreibt im Moment Verluste, weil die Plätze relativ teuer sind und das Interesse dadurch eher verhalten bleibt. Obwohl sich die Tagesansätze am Einkommen der Eltern orientieren, sind die Kosten mit 80 bis 100 Franken relativ hoch.

Mit Hilfe des Gemeindebeitrags können diese Ansätze nun um über 30 Franken gesenkt werden. «Je günstiger die Plätze sind, umso mehr Kinder werden bei uns angemeldet», erklärte Veronika Jehle vom Verein Kinderhaus Momo. «Und umso eher schreiben wir keine Verluste mehr.» Die Verantwortlichen hoffen nun darauf, dass sich möglichst bald viele Eltern bei ihnen melden. «Denn wir spüren die Auswirkungen der Wirtschaftskrise unmittelbar.»

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