Solarstrom
Der erste Zahnarzt, der mit Solarstrom bohrt

Seit Wochen ist die neue Solaranlage bei Zahnarzt Schneider in Baden fertig. Doch zur Einweihung gab es Schnee statt Sonne und viel Kälte statt des erhofften Frühlings.

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Solar-Zahnarzt

Solar-Zahnarzt

Aargauer Zeitung

Hans Lüthi

Zum 25-jährigen Arbeitsjubiläum wollte Zahnarzt Jörg Schneider mit Praxis im Dorer-Haus an der Haselstrasse 1 in Baden nicht einfach ein Fest machen oder der Kundschaft Geschenke verschicken. Die Idee einer eigenen Solaranlage oben auf dem Dach über der Attika-Wohnung packte ihn und liess ihn nicht mehr los. Einen argen Dämpfer erteilte ihm die Stadt Baden mit der Auflage, die Solarpanels dürften von unten nicht sichtbar sein.

Der Zahnarzt mit Solarstrom

«Doch daraus ist eine win-win-Situation entstanden», freute sich Schneider an der Einweihung vor zahlreichen Gästen. Dank einem flacheren Winkel von 20 Grad konnte er 36 Panels aufstellen und die Fläche auf rund 60 Quadratmeter vergrössern. Darauf hat sich Jörg Schneider lange gefreut: Der erste Zahnarzt im Land zu sein, der quasi mit Solarstrom bohrt. Natürlich im übertragenen Sinne, denn der im Sommer verstärkt anfallende Strom wird «zu einem miesen Preis» an die Städtischen Werke Baden geliefert.

Bisher lief die Anlage gut, nur für die samstägliche Einweihung hätte sich der Solar-Zahnarzt mehr Einsatz des Sonnengottes gewünscht. So oder so rechnet er übers Jahr mit einem Ertrag von 7360 Kilowattstunden (kWh) Sonnenstrom, was dem Bedarf von zwei Einfamilienhäusern entspreche. Rentieren werde das zwar in den nächsten zehn Jahren nicht, aber die Umwelt könne durch Abnahme der Schadstoffe deutlich profitieren.

Positiver Einfluss aufs Klima

Zu den Gästen gehörte auch Baudirektor Peter C. Beyeler: «Bei Küche, Bad und Auto schaut niemand auf die Rendite, aber bei der Energie wird immer sehr genau gerechnet», sagte er. Die 30,6 Millionen Fördergeld im letzten Jahr habe zu rund 300 Millionen Franken Investitionen geführt. «Das ist ein sehr grosser Erfolg, der sich positiv auf das Klima auswirkt», betonte Beyeler.

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