Eugen Schwarz

«Ein Abseitsstehen sollten wir uns nicht leisten», meinte ein Votant anlässlich einer Informationsveranstaltung. Eingeladen hatte eine IG unter der Federführung von Walter Straumann. Sie will dem Jurapark Baselland beitreten. Der Gemeinderat hat den Exponenten des Juraparks eine Absage erteilt. «Uns fehlte die Zeit für eine vertiefte Prüfung, zudem sehen wir bei einem Dabeisein kaum wesentliche Vorteile für unsere Gemeinde», begründete Renate Rothacher den gemeinderätlichen Entscheid.

Die Gemeindepräsidentin kam mit ihren Ratskollegen erst kurz vor Schluss zur Info-Veranstaltung ins Hotel «Bad», wo Martin Rüegg, Präsident des Vereins Erlebnisraum Tafeljura, Hansruedi Sutter, Präsident Stiftung Wasserfallen, und Projektleiter Hans Buser ausführlich über das Projekt Tafeljura informierten. Zu diesem Zeitpunkt hatten die übrigen Teilnehmenden bereits mehr als anderthalb Stunden oft sehr emotional, aber immer sachlich für und wider einen Beitritt diskutiert. Das Fett weg bekam auch der Gemeinderat, besonders wegen seiner unzulänglichen Informationspolitik über die Entscheidungsfindung.

Geld soll den Berg hinauf fliessen

Rothacher versicherte, dass sie an der Budget-Gemeindeversammlung von Ende Monat eine Konsultativabstimmung über einen Beitritt durchführen werde. So oder so: Walter Straumann wird dann den Antrag einbringen, den Betrag von 2700 Franken in den Voranschlag aufzunehmen. Diese Summe entspricht dem Beitrag für ein Jahr für ein Mittun im Jurapark. Schon aus Solidarität sollte man mitmachen, wurde gesagt. Auch darum, weil das Oberbaselbiet dann als Partner in der Agglomeration besser wahrgenommen wird. «Das Geld soll einmal die Baselbieter Bäche hinauf- statt den Rhein hinab nach Basel fliessen», meinte ein Eptinger.

Hauptsächlich in Frage gestellt wurde der Verwaltungsaufwand. Dieser beträgt jährlich mit 200 000 Franken zehn Prozent vom eigentlichen Kostenvolumen. «Wenn es nur reicht!» - «Es reicht. Wir können zwar keine Garantie geben, aber die Zahlen sind realistisch», konterte Buser. Die Landwirte wiederum befürchten unternehmerische Einschränkungen und zahlreiche Versammlungsteilnehmer sehen keinen direkten Nutzen für die Gemeinde(n). Es gehe doch nur ums Geld und die Natur werde obendrein zusätzlich belastet.

Dass die Landwirte im Jurapark Reglementierungen ihres Nutzungs- und Lebensraumes in Kauf nehmen müssen, verneinte Martin Rüegg. «Neue Auflagen machen nicht wir sondern werden durch Zonenpläne reglementiert.» Man müsste für ein Ja die Grundlagen und Konsequenzen noch besser kennen, zweifelte ein Votant den Erfolg an. «Ich spüre den eigentlichen Nutzen nicht.» Für Eptingen sei der Nutzen ausser dem solidarischen Aspekt nicht erkennbar. «Der regionale Naturpark bringt Vorteile, die man aber nicht schon in den ersten zwei Jahren sieht», machte Hansruedi Sutter der Gemeinde einen Beitritt zum Jurapark Baselland beliebt.