«Der Einsatz hat sich gelohnt»

Sie haben die «Vicci-Line» entwickelt: Nicholas Hänny, Anna Krebs, Vanja Gudalo, Lara Vogt und Pascal Hodel (von links). Foto: zvg

Handlotion

Sie haben die «Vicci-Line» entwickelt: Nicholas Hänny, Anna Krebs, Vanja Gudalo, Lara Vogt und Pascal Hodel (von links). Foto: zvg

Eine reinigende Handlotion mit desinfizierender Wirkung und feinem Duft? Hinter dieser Idee steckt nicht der Name eines grossen Kosmetikkonzerns, sie stammt von fünf Schülern der Alten Kantonsschule Aarau, welche das Schwerpunktfach Wirtschaft belegen.

Beatrice Strässle

Fünf junge Menschen sitzen da, erzählen über ihr Produkt, sind hoch motiviert und bereits etwas nervös, wenn sie an Samstag denken. Der Tag, an dem sie ihre Idee der Öffentlichkeit vorstellen werden. Diese fünf, das sind Anna Krebs (Lenzburg), Lara Vogt (Villnachern), Vanja Gudalo (Reinach), Pascal Hodel (Rupperswil) und Nicholas Hänny (Lenzburg). Das Produkt ist eine reinigende Handlotion mit desinfizierender Wirkung in verschiedenen Duftnoten.

Das Fläschchen, farbig und peppig, ist in einer optimalen Grösse gestaltet - es passt auch in eine kleinere Handtasche. Praktisch für unterwegs, denn meistens dort fehlt Frau oder Mann eine solche Lotion. Man denke nur an öffentliche Toiletten oder Zugabteile. Und ganz besonders aktuell, an den Schutz vor Ansteckung mit dem Schweinegrippe-Virus.

Das Projekt der Kantonsschüler mit Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht steht unter dem Patronat von Yes, Young Enterprise Switzerland. Yes ist eine Non-Profit-Organisation und entwickelt und betreut praxisorientierte Wirtschaftsbildungsprogramme für Schüler und Studenten mit dem Ziel, die Wirtschaft mit der Schule zu vernetzen.

Hoch und Tiefs in der Entwicklung

Viel Zeit blieb den Schülern nicht, nach den Sommerferien war Projekt-Start und nur wenige Wochen später müssen sie ihr Produkt vorstellen. «Unsere erste Idee war die Vermarktung eines College-Pullis, aber unsere Wirtschaftslehrer rieten uns von dieser Lancierung ab. «Ich war während der Sommerferien in Amerika, und dort sind solch ähnliche Lotions, wie wir sie nun entwickelt haben, ein absoluter Renner», erzählt Vanja Gudalo, Verantwortliche Marketing, Verkauf des Unternehmens.

Der Weg führte das Team ins Labor der alten Kantonsschule. Und mit Hilfe der Chemielehrerin, eines Apothekers und dem Ermitteln von Daten aus dem Internet kam schliesslich das Endergebnis, die Lotion, zustande. Sie gaben ihm den Namen «Vicci-Line». Dass die Entwicklung eines neuen Produkts nicht ganz ohne Schwierigkeiten vor sich ging, liegt auf der Hand. «Die grösste Knacknuss war die Bewilligung durch das Bundesamt für Gesundheit. Diese Bewilligung ist sehr teuer und hätte unseren Kostenrahmen von 3000 Franken gesprengt, führt Pascal Hodel, Finanzmanager, aus. Doch ein Passus bei den Bewilligungsvorschriften erlaubte es dem Bundesamt, die Bewilligung kostenlos zu erteilen.

Eine weitere Denkaufgabe war die Konsistenz der Lotion. «Eine Flüssigkeit hatten wir ziemlich rasch, wir aber wollten ein Gel, was denn schliesslich auch gelang», führt Nicholas Hänny, Administration-Personalchef, aus. Wie? Ganz klar, das ist Betriebsgeheimnis.

Es hat sich gelohnt

Am Samstag nun schlägt die grosse Stunde, dann präsentieren Anna Krebs (CEO), Lara Vogt (Produktion, Einkauf, Lager), Vanja Gudalo (Marketing,Verkauf), Pascal Hodel (Finanzmanager) und Nicholas Hänny (Administration, Personalchef) zusammen mit den Produkten ihrer Mitschüler die Handlotion. Danach werden an den verschiedenen Ständen die Ideen weiter vorgestellt, an welchen man auch Partizipationsscheine erwerben kann. Wie sehen sie die Konkurrenz? «Ich glaube, wir stehen ganz gut da», gibt sich Anna Krebs zuversichtlich.

Die Leistung ist anerkennungswert, denn eine Geschäftsidee zu verwirklichen, das Produkt selber herzustellen und dann bis zur eigentlichen Vermarktung zu entwickeln, braucht sehr viel Engagement und Zeit. Nicht zu vergessen, dass der normale Schulstoff auch verarbeitet werden muss. Doch alle fünf sind sich einig, es hat sich gelohnt. «Wir haben gesehen, dass Wirtschaft und Recht nicht nur trockene Materie ist, sondern äusserst spannend. Es hat uns darin bestätigt, dass wir mit der Wahl des Faches für ein späteres Studium richtig liegen», sind sie sich einig. Eigentlich schade, dass es «lediglich» ein Schulprojekt ist.

Der Anlass vom Samstag, 31. Oktober, ist öffentlich. Er findet um 9.30 Uhr in der Aula der Alten Kantonsschule in Aarau statt mit nachfolgender Präsentation der Ideen. Mehr Infos über YES unter www.young-enterprise.ch

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