Wehrkraftwerk
Der Einbau der letzten Grosskomponenten

Bereits im September sind im neuen Wehrkraftwerk in Leibstadt die ersten Versuche geplant.

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Kraftwerk

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Aargauer Zeitung

Beim neuen Wehrkraftwerk in Leibstadt werden die letzten Grosskomponenten eingebaut: Generatorkuppel, Laufrad sowie Generator-Rotor. Die Teile sind in der letzten Woche über die Schwerlastpiste transportiert und in der Folge auf der Grossbaustelle abgeladen und mit dem Kran eingehoben worden. Das Laufrad hat einen Durchmesser von 6,1 Meter, der Generator-Rotor ist für eine Drehzahl von 85 pro Minute ausgelegt.

«Wir liegen im Zeitplan»

Bereits ab Februar dieses Jahres hat sich eine Montagetruppe des Turbinenlieferanten um den Leitapparat, den unteren Teil des Laufradmantels sowie die Turbinenwelle gekümmert und so die Voraussetzungen für die jetzt laufenden Arbeiten geschaffen.

«Wir liegen im Zeitplan», hat Fachbauleiter Peter Kesselring bei einem Augenschein gestern Freitagmorgen festgehalten. Der Turbineneinlauf im Oberwasserbereich konnte geflutet werden. Verschlossen ist der Turbineneinlauf mit Oberwasserdammbalken. Die Rede ist von 11 Stahlelementen mit einem Gewicht von je 25 bis 28 Tonnen und einer Länge von 17 Metern auf einer Höhe von 19 Metern.

Bei der gezielten Flutung habe sich gezeigt, dass die Konstruktion die Anforderungen absolut erfülle, erklärte Kesselring. Damit sei der Rückbau der Baugrubenabschlüsse von der Bauleitung freigegeben worden. Auch der Turbinenauslauf auf der anderen Seite ist mit einem Unterwasser-Rollschütz verschliessbar.

Umfangreiche Tests

Ab Ende Juli wird der Rechen vor dem Generator und der Turbine montiert. Voraussichtlich Ende August kann laut Kesselring eine Probeflutung durchgeführt werden. Bei dieser werde geprüft, ob Generator und Betonbau dicht seien.

Im September sind die Inbetriebsetzungsversuche geplant. Das Augenmerk gilt unter anderem den Lagern, dem Öldruck oder dem Kühlwasser. Kurz: Es wird abgeklärt, ob die Mechanik - sowohl Turbine als auch Generator und Leitapparat - zuverlässig funktionieren. Danach wird Strom erzeugt und es werden weitere Tests durchgeführt - inklusive Notabschaltung. Ab Anfang November soll der Probebetrieb beginnen.

Das heisst, bis dann muss die Anlage störungsfrei und vollautomatisch laufen.
Ebenfalls weit fortgeschritten sind die Arbeiten am naturnahen Umgehungsgewässer. Dieses soll gemäss der Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG in diesem Jahr - zusammen mit dem Turbinenbetrieb - seine Funktion aufnehmen. Erstellt ist auch die «Collection Gallery», eine Sammeleinrichtung, die es den Fischen erlaubt, aus dem Turbinenauslauf heraus den Aufstieg zu finden. (mhu)