Der doppelte Simon Ammann

Einer, der am Boden bleibt

Einer, der am Boden bleibt

Gestern ist der Skispringer Simon Ammann nach seinem Doppel-Doppel-Olympiasieg in Kanada in die Schweiz zurückgekehrt. Doppel-Doppel-Olympiasieg? Skispringer? Wer Simon Ammann kennt, der weiss, dass er nicht in Kanada war und schon gar nicht Doppel-Doppel-Olympiasieger ist. Was der Fricktaler Wald-Simi über den St. Galler Gold-Simi sagt

Lilly-Anne Brugger

Simon Ammann und Simon Ammann haben nicht vieles gemeinsam: Der eine wohnt in Unterwasser im Kanton St. Gallen, der andere in Rheinfelden im Fricktal. Der eine trägt einen Bart, der andere seine Skisprung-Ski. Gemeinsam haben die beiden nur die Brille. Doch während Simon Ammann aus Rheinfelden tagtäglich auf seine markante schwarze Brille angewiesen ist, ist für Simon Ammann aus Unterwasser die markante Brille ein Zeichen seines Erfolgs. Schliesslich hat er sie bei beiden Medaillenübergaben getragen und wurde auch nachher immer wieder mit der weissen Brille Marke Carrera abgebildet. «Mir würde diese weisse Pilotenbrille nicht stehen», ist der Fricktaler Simon Ammann überzeugt.

Gratulation zur Goldmedaille

Simon Ammann ist es gewohnt, dass er auf seinen Namen, der nicht nur seiner ist, angesprochen wird. Ganz extrem sei es vor acht Jahren gewesen, als Simon Ammann in Salt Lake City das erste Mal Doppel-Olympiasieger wurde. Mit der Zeit habe sich dieses Phänomen dann etwas beruhigt. Doch nun, mit dem zweiten Doppel-Olympiasieg, wird Simon Ammann wieder häufiger auf die Namensgleichheit angesprochen. «Ganz häufig wird mir zu meinen Goldmedaillen gratuliert», erzählt der Rheinfelder Stadtoberförster mit einem Schmunzeln, «und ich nehme diese Gratulationen natürlich immer freudig entgegen.»

Simon Ammann fährt nicht häufig in die Skiferien. «Mein Beruf findet im Winter statt, dann ist im Wald sozusagen Hauptsaison», meint er. Deshalb kommt der Stadtoberförster aus Rheinfelden nur selten zum Skifahren – und Skispringen betreibt er gar nicht. «Ich bleibe eher am Boden», meint er.

Doch eines liess sich Simon Ammann nicht entgehen: Er hat mit seinem Namensvetter mitgefiebert. Sowohl, als Simon Ammann auf der Normalschanze das erste Gold für die Schweiz holte, als auch, als Simon Ammann auf der Grossschanze siegte und damit als Doppel-Doppel-Olympiasieger in die Geschichtsbücher einging.

Simon Ammann hat seinen Namensvetter übrigens noch nie getroffen, wäre aber einem Treffen nicht abgeneigt. «Vielleicht lässt sich da ja was einfädeln», meint der Rheinfelder Förster scherzhaft. Immerhin erlangte der Fricktaler Simon Ammann dank seinem berühmten Namensvetter schon nationale Berühmtheit: Im letzten Sommer war er schweizweit auf einer Plakataktion der Migros-Restaurants zu sehen.

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