Altstadt Bremgarten
Der bezaubernde Charme Bremgartens

Bremgarten, mit 6300 Einwohnern weitaus kleiner als Wohlen und mittlerweile auch weniger gross als Muri, ist und bleibt die Perle des Freiamts.

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Bremgarten

Bremgarten

Aargauer Zeitung

Lukas Schumacher

Wenn Auswärtige von Bremgarten schwärmen, meinen sie meistens die Altstadt. Die vielen Türme und schmalen Gassen der Altstadt, die zusammengebauten Wohnhäuser und der grandiose Kirchenbezirk in der Unterstadt machen den unschlagbaren Charme Bremgartens aus. Bisweilen vergisst man selbst als Bremgarter, wie überschaubar die tolle Altstadt letztlich ist.

Nur ungefähr ein Fünftel aller Städtchenbewohner wohnen hier. Seit der Bremgarter Stadtumfahrungseröffnung 1994 kann man in der verkehrsarm gewordenen Altstadt bestens leben. Die ärgerlichen Zeiten, als tagtäglich mehrere tausend Autos durch die Altstadt rollten, sind zum Glück vorbei.

Beachtliche Lebensqualität

Nebst der Altstadt bringen es auch zahlreiche Aussenquartiere auf eine beachtliche Wohn- und Lebensqualität. Viel zum Reiz der Kleinstadt tragen die Reuss, die zahlreichen Naturwerte und die gute Infrastruktur Bremgartens bei.

Eine Habsburgergründung

Die Stadt Bremgarten wurde im frühen 13. Jahrhundert von den Habsburgern gegründet. Zuvor bestanden im Stadtgebiet zwei dörfliche Siedlungen und eine Burg. Historiker vermuten, dass der Name «Bremgarten» keltischen Ursprungs ist.

Als die Eidgenossen 1415 den Aargau eroberten, wurde auch Bremgarten eidgenössisch. Das Städtchen durfte aber seine Selbstständigkeit weitgehend wahren und konnte die Herrschaft über sein kleines Untertanengebiet im Kelleramt und auf dem Mutschellen ausbauen. Diese bevorzugte Stellung verlor Bremgarten beim Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft anno 1798. Im Jahr 1803 wurde Bremgarten dem neu geschaffenen Kanton Aargau zugeteilt. Seither ist Bremgarten Bezirkshauptort.

In Bremgarten wohnen gegen 6300 Leute. Mehr als 500 Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbetriebe sind hier ansässig. Das Stadtgebiet misst 803 Hektaren, wovon mehr als die Hälfte bewaldet sind. (SL)

Ein ganz groser Trumpf: Von der Altstadt und allen Wohnquartieren aus befindet man sich zu Fuss in maximal zehn Minuten mitten in der Natur; auf dem Velo schafft man das selbstverständlich noch schneller. Genau so zügig kann man zu Fuss oder auf dem Zweirad von einem Aussenquartier in die Altstadt gelangen und eine gehörige Prise Kleinstadtfeeling geniessen.

Die Vorzüge Bremgartens und seiner Altstadt ins allerbeste Licht gerückt hat die Filmkomödie «Die Standesbeamtin». Der Kinofilm, vor einem Jahr zu einem schönen Teil im Reussstädtchen gedreht, wirkt offenbar anziehend, zumindest kurzzeitig.

Laut Altstadtbewohnern besuchten in diesem Frühling und Sommer ausserordentlich viele Tagestouristen Bremgarten. Und mehrere Schulklassen aus dem Aargau und aus benachbarten Kantonen machten sich im Städtchen auf die Spurensuche von Micha Lewinskys Filmwerk «Die Standesbeamtin».

Branchenmix zufriedenstellend

Was bieten die Bremgarter Altstadt-Ladengeschäfte? Zu den wichtigsten Läden gehören zweifellos die zwei Bäckereien, die Metzgerei und der mittlerweile einzige Altstadt-Lebensmittelladen «Städtli Märt». Eine Apotheke, diverse Fachgeschäfte wie das kleine Musikinstrumentenhaus, ein Teeshop, zwei Bijouterien, ein Schuhgeschäft, zwei Blumenläden oder das einzigartige Eisenwarengeschäft Beller bereichern die Angebotsplaette. An Boutiquen, Mode- und Kleidergeschäften, darunter guten und gut geführten, mangelt es der Altstadt weiss Gott nicht.

Auffällig: Einige Ladenlokale in hinteren Gassen und auf der Bremgarter «Flaniermeile» Marktgasse/Am Bogen stehen leer, und die Gesundheits- und Esoterikbranche scheint immer noch zu florieren.

Sehr hoch im Kurs steht die Gastrobranche. Bremgarten bringt es auf nicht weniger als 30 Restaurants, eingeschlossen Imbissstuben, und auf 8 Bars. Die meisten Bars und gut die Hälfte der Restaurants befinden sich in der Altstadt oder in unmittelbarer Nähe zur Altstadt. Vielfalt punkto Geschmack und Portemonnaie gewährleisten einige In- und Szenen-Lokale, einfachere und gediegene Gaststätten sowie vier Restaurants mit sehr erlesener Küche.