Der berührende Zauber des Maienzugs

Weit über 2000 Schülerinnen und Schüler, Behörden und Musikkorps präsentierten sich am Umzug vom Freitag Morgen.

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Maienzug
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Bankett Maienzug

Maienzug

Hermann Rauber

Maienzug: Der Begriff strahlt auch nach mehr als vier Jahrhunderten noch immer einen ganz besonderen Zauber aus. Der Brauch hat allen Zeitumständen und Modeerscheinungen getrotzt. Das gilt vor allem für das Herzstück, den Umzug am Morgen.

Aus allen Quartieren strömen Jugendliche und Erwachsene in die festlich geschmückte Altstadt. Es grenzt in jedem Jahr wieder an ein Wunder, dass sich aus dem aufgeregten Durcheinander am Graben und auf dem Schlossplatz überhaupt ein Umzug formiert. Doch auch gestern konnte nach alter Sitte Polizeichef Daniel Ringier pünktlich die Kadettenmusik auf die Reise schicken.

Traditionsfarbe Weiss bleibt

Tausende säumten die Gassen und Strassen, bewaffnet mit Fotoapparaten, denn schliesslich wollte niemand den entscheidenden Moment verpassen, wenn der eigene Nachwuchs vorbeimarschierte. Die Jüngsten noch etwas schüchtern, die Älteren selbstbewusst und lässig, mit und ohne Blumen, aber fast alle in der Traditionsfarbe Weiss.

Kränzchen im Haar sind in der Unterstufe noch verbreitet, bei den reiferen Jahrgängen hingegen nicht mehr Pflicht. Der Corso mit weit über 2000 Schülerinnen und Schülern (heuer erstmals auch mit jenen aus dem Stadtteil Rohr und einer Delegation der Kreisschule Buchs-Rohr) ist immer wieder durch Musikkorps aus Stadt und Region aufgelockert, die für den guten Ton sorgen und auch optisch zu gefallen wissen, nicht zuletzt dank den Majoretten aus Erlinsbach oder den ausgesprochen hübschen Ehrendamen aus dem Stadtteil Rohr.

Ein schöner Integrationsfaktor

Der Maienzug ist nicht zuletzt ein toller Integrationsfaktor, weil niemand ausgeschlossen wird. Auch Jugendliche mit einer Behinderung dürfen sich freuen, unter anderem dank den Aarauer Pontonieren, die immer wieder Applaus ernteten.

Angeführt von der Bannerträgerin Dominique Meyer paradierten die Behörden, vom Stadtrat über die Schulpflege bis zum Einwohnerrat, gefolgt von der Geistlichkeit und den Spitzen der beiden Kantonsschulen. Man grüsste artig in die Zuschauerspaliere und erhielt hin und wieder, namentlich Stadtammann Marcel Guignard, aus dem weiblichen Publikum eine Rose.

Nach einer knappen halben Stunde war der berührende Cortège der Schüler- und Lehrerschaft bereits vorbei, gar mancher oder manche am Strassenrand wurde bei diesem Anblick an die eige-ne Jugendzeit erinnert. Auch das gehört zum Zauber des Aarauer Maienzugs. (hr)

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