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Der Bahnhof kommt weg vom Abstellgleis

Die BLS hat Grosses vor: Der Bahnhof in Utzenstorf wird komplett neu gestaltet. (Bild: Urs Lindt)

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Die BLS hat Grosses vor: Der Bahnhof in Utzenstorf wird komplett neu gestaltet. (Bild: Urs Lindt)

Im Frühjahr 2012 wird der BLS-Bahnhof in Utzenstorf nicht wiederzuerkennen sein: Er soll nämlich für 18,5 Millionen Franken um- und ausgebaut werden.

Marisa Cordeiro

Die Anlagen des BLS-Bahnhofs in Utzenstorf sind schon seit längerem nicht mehr modern - und auch das Stellwerk ist veraltet. Dass der Bahnhof um- respektive ausgebaut werden muss, ist deshalb bei der BLS auch schon seit vielen Jahren ein Thema, wie Hans Martin Schär, Mediensprecher der BLS, sagt. Weshalb sich das Projekt so herausgezögert hat? Der Druck durch das Fahrplanangebot sei bisher nie derart gross gewesen, dass dem Bahnhof in Utzenstorf Priorität hätte eingeräumt werden müssen, begründet Schär.

Seit Ende 2007 ist dafür der Bahnhof in Aefligen umgebaut. Er sei vorgezogen worden, weil dieser zugleich eine Kreuzungsstation darstelle. Ausserdem dürfe es auf ein- und derselben Strecke nicht zwei Grossbaustellen aufs Mal geben. «Und», fügt Schär an, «die Projekte müssen ja auch mit der Finanzplanung der beteiligen Kantone kompatibel und auf alle Partner abgestimmt sein.»

«Schlankere Weichen»

Dies scheint nun also der Fall zu sein, zumal das Projekt seit Montag auf der Gemeindeverwaltung in Utzenstorf öffentlich aufliegt. Wer das Dossiers vor Augen hat, dem wird sofort klar: Es beinhaltet ein happiges Unterfangen. Schär drückt es so aus: «Das Einzige, was bleibt, ist das Bahnhofgebäude.» Mit zahlreichen Massnahmen (vgl. Box) sollen schliesslich auch verschiedene Ziele erreicht werden.

Schär sagt, die einspurige Strecke Burgdorf-Solothurn sei punkto Fahrplanstabilität immer etwas labil gewesen. Dies, weil sich die Züge nur an bestimmten Orten kreuzen könnten. «Hat ein Zug Verspätung, tangiert es auch jenen aus der Gegenrichtung», sagt er. Mit einer modernen Sicherungstechnik und schlankeren Weichen sei es künftig möglich, dass zwei Züge zeitgleich mit etwas höherer Geschwindigkeit in den Bahnhof einfahren können. Ausserdem soll die Stellwerkanlage ausgewechselt werden. Bislang werden die Weichen und Signale nämlich noch vor Ort und manuell gesteuert. Künftig sollen sie aber von Hasle-Rüegsau aus ferngesteuert und überwacht werden. «Das bedeutet», sagt Schär, «dass für den Betrieb in Utzenstorf kein Stellwerkpersonal mehr nötig ist.» Ob dadurch der Billettschalter geschlossen wird? «Wir sind daran interessiert, dass die Präsenz im Bahnhof erhalten bleibt», antwortet er. «Deshalb haben wir eine Kooperation mit dem Reisebüro Gast in die Wege geleitet.»

Künftig mit Videoüberwachung?

Überhaupt aber soll der Bahnhof mit neuen Perrons und einer Personenunterführung für Zugreisende komfortabler werden. Da die Gemeinde im vergangenen Sommer vermehrt Vandalenakte zu beklagen hatte (wir berichteten), scheint die Frage nach Videoüberwachung berechtigt. Es wäre auch nicht das erste Mal, dass die BLS eine solche in Erwägung zieht. Schär antwortet, dass gegenwärtig kein entsprechender Entscheid vorliege.

Geplant ist, dass die Bauarbeiten Anfang 2011 starten. Während der gesamten Bauzeit von voraussichtlich knapp anderthalb Jahren wird laut Schär der Bahnverkehr unterschiedlich tangiert. Ein Gleis bleibt stets befahrbar und der Fahrplan daher unverändert. Hin und wieder würden die Fahrgäste mit einem provisorischen Perron oder geänderten Zugängen konfrontiert. Auch Nachtarbeiten seien nicht zu umgehen. An «zwei, drei Wochenenden» müssten Zugreisende zudem mit Ersatzbussen Vorlieb nehmen. Insgesamt kostet das Bahnhof-Projekt 18,5 Millionen Franken.

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