Der 13-jährige Lorenz wollte nicht mehr leben

Auszug aus dem berührenden Nachruf, den uns die Familie des 13-jährigen Lorenz zur Verfügung gestellt hat.

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ZUM GEDENKEN «Lorenz Zumsteg erblickte als dritter Sohn am 6. Oktober 1997 das Licht der Welt. Zusammen mit seinen drei Brüdern durfte er eine unbeschwerte und frohe Kinderzeit erleben. Er war schon sehr früh ein quirliger, lebhafter Junge. In der Pfadi Stein konnte er seine Unternehmungslust ausleben. Lorenz interessierte er sich für die Arbeit der Polizei. Sein grösstes Vorbild war «James Bond». Doch seine ADS Krankheit und die starke Sehbehinderung machten ihm stark zu schaffen. Er wollte in eine Spezialschule. Vor 3 Jahren fand man die Lösung im Sonnenberg in Baar. Vom ersten Tag an fühlte er sich wohl.

Trotz der Fröhlichkeit und dem Lachen machten sich aber dunkle Seiten bemerkbar. Im Frühjahr 2010 mussten die Eltern handeln und ihn für einige Wochen in einer Spezialklinik unterbringen. Immer mehr stellte er sich Fragen nach dem Sinn des Lebens. Immer wieder haben die Angehörigen ihn motiviert. Doch der Leistungsdruck in der Schule, die Erwartungen der Gesellschaft wurden immer mehr zu einer Belastung.

Sein letzter Tag, der 9. August, begann ohne Anzeichen einer Verstimmung. Um 19 Uhr sass er noch auf der Bank vor dem Haus. Dann legte er seine doch so wichtige Brille ab, nahm das Velo und fuhr zur Schiessanlage Oeschgen. Um 19.19 Uhr fand sein kurzes Leben auf den Gleisen ein Ende.
Viele Fragen stellen sich die Angehörigen, auf die sie nie eine Antwort finden werden. Lorenz hat für sein Leben eine Entscheidung getroffen. Sein Entschluss bereitet Schmerz und wir können ihn nicht verstehen, doch wir müssen lernen, ihn zu akzeptieren.»

Andrea, Gerhard, Tobias, Cyrill und Kilian Zumsteg