Den Schleichverkehr bremsen

Unübersichtlich: Die Kreuzung Solothurn-, Feld- und Welschlandstrasse in Bützberg. (Maddalena Tomazzoli Huber)

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Unübersichtlich: Die Kreuzung Solothurn-, Feld- und Welschlandstrasse in Bützberg. (Maddalena Tomazzoli Huber)

In kleinen Schritten soll im Gebiet der Solothurn-, Welschland- und Feldstrasse in Bützberg der Verkehr beruhigt und eine Tempo-30-Zone eingeführt werden. Ein erster Schritt ist im nächsten Herbst geplant.

Jürg Rettenmund

Die Anwohner im Gebiet Rain in Bützberg rannten beim Gemeinderat von Thunstetten letztes Jahr offene Türen ein, als sie mit einer Petition eine Beruhigung des Verkehrs in ihrem Quartier verlangten. Dies hielt Stefan Krähenbühl, Gemeinderat mit Ressort Bau (FDP), an der Gemeindeversammlung am Mittwoch fest. Auch der Rat stellte nämlich dieses Bedürfnis fest.

Ein Gutachten der Firma Kontextplan zeigte prompt die Berechtigung des Anliegens auf: Auf der engen und unübersichtlichen Solothurnstrasse - einem beliebten Schleichweg aus dem Raum Langenthal Richtung Autobahnauffahrt Wangen a/A, auch für den Schwerverkehr - wurden innerorts Höchstgeschwindigkeiten zwischen 74 und 77 Stundenkilometern gemessen. Noch schlimmer ist es auf der Welschlandstrasse mit Spitzenwerten zwischen 77 und 85 Stundenkilometern. Auch auf der Feldstrasse wird die Innerorts - Höchstgeschwindigkeit nicht immer eingehalten.

Weniger ist mehr

Ein Projektteam mit Behörden- und Anwohnervertretern sowie Fachleuten hat seither unter der Leitung von Stefan Krähenbühl ein Massnahmenkonzept erarbeitet. «Wir setzen auf das Prinzip ‹weniger ist mehr›», erklärte Krähenbühl. Das heisst, man will in kleinen Schritten vorgehen und jeweils überprüfen, ob die Massnahmen auch wirken. Auf bauliche Schikanen wie kleine Buckel oder so genannte Matratzen, die es andernorts in Bützberg bereits gibt, will man nach Möglichkeit verzichten. Stattdessen will man vor allem mit Signalen und Farbe arbeiten.

Besondere Aufmerksamkeit soll den drei Fussgängerstreifen auf der Solothurnstrasse geschenkt werden. Solche sind in der Regel in einer Tempo-30-Zone nicht mehr vorgesehen und müssen entfernt werden. Man werde aber sehr genau abklären, wie die Situation im konkreten Fall sei, versprach Krähenbühl.

Eine erste Etappe will der Gemeinderat bereits im Herbst realisieren. Der Gemeinderat hat dafür einen Kredit von 50 000 Franken gesprochen.

Anliegen jetzt einbringen

Wie die Massnahmen aussehen könnten, zeigte Krähenbühl am Beispiel der Einfahrtstore und verschiedener neuralgischer Stellen auf. Das Projekt muss noch das ordentliche Baubewilligungsverfahren durchlaufen. Bewilligungsinstanz ist der Regierungsstatthalter des Amtes Aarwangen. Gemeindepräsident Markus Quaile (FDP) rief die Anwohner jedoch dazu auf, ihre Anliegen jetzt anzubringen und nicht erst in dieser Phase. Ein Jahr nach der Einführung wird überprüft, ob die Massnahmen wirken. Das ist bei Tempo-30-Zonen vorgeschrieben.

Weitere Massnahmen will der Gemeinderat in seine Investitionsplanung aufnehmen. Dazu gehöre in erster Priorität die heikle und unübersichtliche Kreuzung zwischen Solothurn-, Feld- und Welschlandstrasse, versprach Krähenbühl auf eine Frage aus der Versammlung. Längerfristig ist zudem ein Trottoir an der Solothurnstrasse mindestens bis zur Einmündung der Welschlandstrasse vorgesehen. Zudem soll die ganze Situation neu beurteilt werden, sobald der geplante Kreisel an der Kreuzung Zürichstrasse-Bernstrasse-Schlussstrasse-Brunngasse gebaut wird. Das sei kein Problem, hielt Krähenbühl fest, sei das Konzept doch so aufgebaut, dass es jederzeit erweitert werden kann.

Auch Unterdorf ein Thema

Die Quartiere im Nordwesten waren nicht das einzige Verkehrsthema im «Verschiedenen» der Gemeindeversammlung. Obschon die Überbauungsordnung Unterdorf nicht traktandiert war (wir berichteten), wurde diese noch angesprochen. Eine Anwohnerin kündigte an, dass sie dem Gemeindepräsidenten heute Freitag eine Petition übergeben wird. Diese verlangt, dass die Anliegen der Anwohner bei der neuen Verkehrsführung im Zusammenhang mit den Neubauplänen von Landi und Lidl berücksichtigt werden. Bis am Mittwoch waren 180 Unterschriften beisammen.

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