Den Bauern steht die Gülle bis zum Hals

Bauern wollen endlich ihre Gülle verteilen

Bauern wollen endlich ihre Gülle verteilen

Bei den Landwirten füllt sich die Güllengrube. Solange der Boden noch gefroren ist und Schnee auf den Feldern liegt, können sie nicht düngen. Die Tiere machen aber trotzdem Mist. Die Bauern hoffen deswegen auf Tauwetter.

Andrea Marthaler

Die kalten Temperaturen der letzten Wochen machen den Landwirten zu schaffen. Auf gefrorenem Boden können sie ihre Gülle nicht ausführen. «Langsam wird es viel, aber die Situation ist noch lange nicht so prekär wie im letzten Jahr», sagt Ralf Bucher, Geschäftsführer des Bauernverbandes Aargau. Vor einem Jahr war der Winter noch härter. Bis Ende Februar gab es Minustemperaturen. Die Jauchegruben waren überfüllt, die Bauern konnten die Gülle dennoch erst im März ausbringen.

Solange der Boden gefroren ist und Schnee auf den Feldern liegt, dürfen die Landwirte die Gülle nicht auf den Weiden und Äckern verteilen. Der stickstoffhaltige Dünger bliebe auf der Oberfläche liegen und könnte nicht in den Boden eindringen. Schmilzt der Schnee oder taut der Boden auf, könnten dadurch Gewässer verschmutzt werden.

Bauern brauchen grosse Grube

Das Lagern des Mists sollte für die Bauern aber kein Problem darstellen. «Im Aargau verlangen wir, dass mindestens fünf Monate Lagerzeit möglich sind», sagt Ruedi Bolliger von der kantonalen Abteilung Landwirtschaft. So sollte vom Herbst bis im Frühling genügend Lagerplatz für Jauche vorhanden sein. Zudem sei der letzte Herbst schön und trocken gewesen, sodass die Bauern ihre Gruben vor dem Winter leeren konnten. Hat ein Landwirt dennoch eine überfüllte Jauchegrube, muss er seine Gülle ausserhalb seines Hofes, zum Beispiel bei einem Nachbarn, lagern.

Güllen schon bald möglich

Der Murianer Landwirt Josef Etterlin hat in diesem Jahr kein Problem mit der angestiegenen Güllemenge: «Es sammelt sich schon an, ich habe aber noch für sechs bis sieben Wochen Reserve.» Laut Etterlin sollte ein Landwirt in der Regel genügend Platz haben. «Man kann aber mal Pech haben, zum Beispiel wenn Niederschlag hineinkommt.»

Die Landwirte, deren Grube zu überlaufen droht, können vermutlich schon bald aufatmen. Steigen die Temperaturen weiter, können sie je nach Standort des Hofes bald düngen. «Ab einer Durchschnittstemperatur von fünf Grad fangen die Pflanzen an zu wachsen», sagt Bolliger. Ab dann macht es auf den Wiesen Sinn, zu düngen. Auf Äckern braucht der Boden hingegen erst kurz vor der Aussaat im Frühling Nährstoffe. Eine klare Regel, ab welchem Datum gegüllt werden darf, gibt es jedoch nicht. «Jeder Bauer muss dies selber beurteilen», ergänzt Bolliger.

Josef Etterlin will noch nicht düngen: «Ich werde noch etwas warten. Ungefähr Mitte März werde ich anfangen zu güllen.» Da er noch kein Platzproblem hat, kann er noch gut etwas zuwarten. «Es gibt aber sicher Bauern, die auf wärmere Temperaturen warten», bekräftigt Ralf Bucher. Sonst droht dem einen oder anderen ein Platzproblem in der Güllengrube.

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