Dem Dorfladen Fahrweid droht das Aus

Zu wenig Kundschaft und ein Schaden an den Kühlregalen – der Dorfladen in der Fahrweid hat mit verschiedenen Problemen zu kämpfen.

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Dorfladen Fahrweid

Dorfladen Fahrweid

Sandro Zimmerli

Nur ein Jahr nach seiner Eröffnung steht der Dorfladen in der Fahrweid vor dem Ende. Der Mietvertrag für das Ladenlokal an der Fahrweidstrasse54 ist auf Ende Monat gekündigt worden. «Wenn kein Wunder geschieht, dann ist Ende März Schluss», sagt Heinz Widmer, Betreiber des Lebensmittelgeschäftes.

Die Gründe für Widmers missliche Lage sind vielfältig. «Letzten Sommer sind sämtliche Kühlregale ausgestiegen. Ich musste alle ersetzen, was zu einem grossen Loch in der Kasse führte», so Widmer. Zudem würden sich die Kundenzahlen nur schleppend entwickeln. Das führe dazu, dass er mit der Miete im Rückstand sei. Deshalb sei es auch zur Kündigung des Vertrages gekommen. Widmer droht damit das gleiche Schicksal wie seinem Vorgänger, der mit seinem Lebensmittelgeschäft knapp ein Jahr durchhielt. Davor gab es in der Fahrweid lange Zeit überhaupt keinen Dorfladen.

Hoffen auf Lösung mit dem Vermieter

Aufgeben will Widmer dennoch nicht. Zu viel Herzblut habe er in seinen Laden gesteckt. «Ich hoffe einerseits darauf, dass mir der Vermieter mit dem Mietzins entgegenkommt. Ich habe ihm sämtliche Unterlagen eingereicht. Eine Antwort steht aber noch aus», hält er fest.

Andererseits setze er auf die Quartierbewohner, so Widmer. «Erst vor kurzem habe ich eine schriftliche Umfrage in der Fahrweid durchgeführt. Es hat sich gezeigt, dass viele Kunden mit meinem Angebot zufrieden sind und die Existenz eines Dorfladens begrüssen», erklärt er. Allerdings zeige sich in der Realität, dass nur etwa ein Drittel seiner Kunden überhaupt in der Fahrweid wohnhaft sei. Die grosse Mehrheit komme aus Oetwil, Geroldswil, Weiningen oder Dietikon.

Ein Erfolg, so Widmer, sei die Umfrage gleichwohl gewesen. Gleichzeitig mit dem Versand des Fragebogens habe er auf seine Lage aufmerksam gemacht. «Dies hat dazu geführt, dass mehr Kunden bei mir einkaufen. Allerdings sind es immer noch zu wenig», so Widmer. Damit sein Geschäft rentiere, brauche es täglich rund 10 bis 15Kunden mehr als bis anhin. «Ich bin immer noch zuversichtlich, dass der Laden laufen wird. Von Anfang an habe ich gesagt, dass es rund zwei Jahre braucht, bis das Geschäft etabliert ist.»

Ein grosser Verlust droht

Hier sieht Widmer auch einen Grund dafür, dass das Geschäft nicht so läuft, wie gewünscht. «Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Es braucht eine gewisse Zeit, bis er nicht mehr nach Dietikon fährt, um einzukaufen, und stattdessen die Gelegenheit bei sich vor der Haustüre nutzt.» Allerdings müssten sich die Quartierbewohner schnell für Widmers Laden entscheiden, denn «sonst muss ich schliessen und alles verkaufen. Dabei verliere ich viel Geld.»

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