Davon träumen viele Buben

Luft zum Atmen: Auch das Auffüllen der Sauerstoffflaschen für den Atemschutz gehört zu den Aufgaben von Gottfried Arnold – notabene nicht nur für die Stützpunktfeuerwehr Solothurn, sondern auch für andere Korps in der Region. (nst)

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Luft zum Atmen: Auch das Auffüllen der Sauerstoffflaschen für den Atemschutz gehört zu den Aufgaben von Gottfried Arnold – notabene nicht nur für die Stützpunktfeuerwehr Solothurn, sondern auch für andere Korps in der Region. (nst)

Der Traum vieler Buben ist für Godi Arnold Realität: Als Hauswart des Feuerwehrstützpunktes der Stadt Solothurn ist er täglich mit roten Autos und Blaulicht konfrontiert. Und mit vielen weiteren Aufgaben – gerade das fasziniert Arnold.

Niklaus Stuber

«Seit 1985 arbeite ich für die Gemeinde, und seit mein Vorgänger, Ueli Buchmüller, zwei Jahre später das Landhaus übernahm, bin nun ich hier.» «Hier» ist der Feuerwehrstützpunkt an der Grenchenstrasse, wo 15 Autos für den Einsatz bereitstehen. Gut, eigentlich 13, denn der alte Packard wird nur für Hochzeiten auf Hochglanz poliert, und das Fahrzeug des Kommandanten steht auch nicht im Magazin.

Die 15 Fahrzeuge zu warten, gehört zu den Aufgaben von Gottfried «Godi» Arnold, wobei er sofort relativiert: «Das sind Kontrollen und kleinere Reparaturen.» Um einen Service an einem der mächtigen und teuren Feuerwehrfahrzeuge vorzunehmen, fehlt schlicht das Material und die notwendige Elektronik. «Ich baue keinen Motor aus, fülle höchstens Öl nach.» Die Dienste des 54-Jährigen sind aber nicht nur für den Werterhalt wichtig, obschon die Fahrzeuge der Feuerwehr 25 Jahre und mehr halten: Im Falle der Feuerwehr kann es sogar überlebenswichtig sein, dass die Fahrzeuge mit ihren zum Teil hochkomplexen Apparaturen im entscheidenden Moment richtig funktionieren.

Tag verläuft selten in der Norm

Abwart, Materialverwalter, Feuerwehrmann, Insektenvernichter, Schneeräumer, Mechaniker, ... Arnolds Auf-gaben sind vielfältig, und gerade das gefällt ihm an seinem Job, der auch aus rund 10 Prozent Einsatz im Landhaus besteht. Sein Tag ist prall gefüllt mit Aufgaben, die selten in der Norm ablaufen. Zwar «habe ich einen geregelten Tagesablauf - einigermassen - aber wenn irgendein Notfall oder etwas Besonderes kommt, dann muss die Routinearbeit halt zurück-stehen und manchmal Überzeit gemacht werden.» So wird denn das Fenster nicht immer in einem Zug, sondern in zwei oder drei Anläufen gereinigt. Aber gereinigt wird es. Und nicht zu vergessen: Als stellvertretender Kommandant leistet Arnold noch ein gerüttelt Mass an Feuerwehreinsätzen neben seinem Beruf.

Zwischen Säge und Tablette

Sorgen für Mobilien und Immobilien der Stadt Solothurn. Das könnte in einem Stelleninserat für Arnolds Job stehen. «Die Abwartsdienste, der Unterhalt der Gebäude an der Grenchenstrasse und die Wartung und Pflege des Fuhrparks sind nur ein Teil der Aufgaben.» Mit den allgemeinen Abwartsdiensten beginnt jedoch ein wichtiger Teil für den Werterhalt: In Absprache mit dem zuständigen Hochbauamt gilt es, notwendige Reparaturen am Gebäude zu erkennen und ausführen zu lassen. Da kommen «vom Schneeräumen im Winter und Lauben im Herbst, Dachrinnen, Gebäude und Vorplatz reinigen verschiedenste Kleinaufgaben hinzu.»

Im Weiteren obliegen ihm Pflege und Unterhalt des umfangreichen Materials im Feuerwehrstützpunkt. Dabei kann es sich darum handeln, einer Kettensäge wieder zum richtigen Schliff zu verhelfen, die unsachgemäss gebraucht einfach weggeschlossen worden ist. Oder aber Sanitätsmaterial und Medikamente auf Sauberkeit und Verfalldatum zu prüfen: «Da gehen jedes Jahr etliche Schachteln in die korrekte Entsorgung.»

Zuständig für Katzen und Wespen

Gar nicht «hauswartmässig» ist eine weitere Funktion von Arnold: «Bei Routine- und Kleineinsätzen im Feuerwehrbereich kann ich das alleine erledigen - etwa die Rettung einer Katze vom Baum.» Nicht mehr durch die Feuerwehr, wohl aber durch den entsprechend ausgebildeten Arnold, wird die Insektenbekämpfung durchgeführt: «Die neuen Vorschriften verlangen eine besondere Ausbildung im Umgang mit den Giften.» Das könne nicht auch noch der Feuerwehr überantwortet werden, die Gemeinde biete den Dienst aber trotzdem noch weiter an. Zum Feuerwehrdienst von Arnold gehören aber auch Besichtigungen, Brandschutzkurse mit Vereinen, Unterhalt von Feuerlöschern, Brandmeldeanlagen und vieles mehr.

Landhaus, Hauswart, Unterhalt der Fahrzeuge, Feuerwehrdienst, Materialverwalter - Godi Arnold wird es nie langweilig und gerade deshalb liebt er seinen Beruf.

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