Alfred Borter

Jetzt ist es so weit: Um die Sanierung der Hardbrücke durchführen zu können, ist der angekündigte Spurabbau in der Nacht auf gestern vorgenommen worden. Und seither staut sich der Verkehr. «Wie beabsichtigt», ist von Heiko Ciceri, dem Kommunikationsverantwortlichen der Dienstabteilung Verkehr des Polizeidepartements, zu hören. Der Stau befindet sich weniger in der Rosengartenstrasse selber, wo eine der beiden abwärts Richtung Hardbrücke führenden Fahrspuren als Busspur markiert worden ist, sondern am Ende des Bucheggtunnels. Dort findet sich jetzt eine Ampel, die als Pförtneranlage so eingestellt ist, dass nicht mehr Fahrzeuge durchfahren können, als Rosengartenstrasse und Hardbrücke schlucken können. Ausserdem verschafft sie dem Bus freie Fahrt.

Der Fahrzeugstau reicht gestern Vormittag, also nach Abflachen des Berufsverkehr, bis über den Hirschwiesentunnel hinaus, also einen guten Kilometer weit. Unter den Gestauten finden sich zahlreiche Camions aus aller Herren Länder, und man fragt sich, ob diese tatsächlich alle Zürich als Ziel haben oder ob sie mit einem Navigationsgerät unterwegs sind, welches die Westumfahrung nicht kennt.

Netter Ratschlag der Verkehrsbetriebe

Schlaue Fahrzeuglenker merken rasch, dass sie oberirdisch über Hirschwiese und Bucheggplatz schneller vorankommen. Wer auf der üblichen Route bleibt, wird beim Portal des Bucheggtunnels mit einem grossen Plakat darauf aufmerksam gemacht, dass die Bauerei bei der Hardbrücke vom 10. August 2009 bis Ende 2011 dauert, und daneben lockt ein Transparent der VBZ mit dem Slogan: «Umsteigen lohnt sich».

Nach dem Bucheggplatz weist eine Tafel mit der Aufschrift «Neue Verkehrsführung» auf die neue Busspur hin, und nur wenige Autofahrer sind so unaufmerksam, dass sie diese trotzdem benützen. Die andern fahren brav in der Kolonne talwärts, und der Radarkasten, der die Einhaltung von Tempo 50 überwacht, hat gar nichts zu tun.

Vor dem zweiten Lichtsignal, das neu in Betrieb genommen wurde, ist die Rechtslage nicht allen Verkehrsteilnehmern klar: Da wird über die neu aufgemalte Sicherheitslinie nach links oder rechts gewechselt, je nachdem, welche Spur gerade Grünlicht hat. Auch dieses Lichtsignal garantiert dem Bus das Weiterkommen.

Planmässig und trotzdem ärgerlich

Für Heiko Ciceri ist die Spurreduktion planmässig verlaufen, die Auswirkungen entsprechen dem, was zu erwarten war. Die meisten Automobilisten hätten wohl 10 bis 15 Minuten länger gebraucht, um von Norden her auf die Hardbrücke zu gelangen.

In verschiedenen Internet-Newsforen tönt es freilich fast durchwegs hässig. Er habe von Wallisellen bis zur Hardbrücke 85 Minuten gebraucht, ärgert sich ein Teilnehmer. Ein anderer schreibt, er habe für seinen Arbeitsweg statt einer Stunde deren zwei benötigt. Die Volksseele kocht, kritisiert wird, die Bauerei gehe viel zu lange, und dem rot-grünen Stadtrat wird vorgeworfen, er verärgere die Autofahrer wohl so lange, bis jeder mit dem Velo unterwegs sei.

Ciceri ist mit solchen Aussagen nur ein müdes Lächeln abzugewinnen. Man sei jetzt daran, die Einstellung der Lichtsignalanlagen zu verfeinern, sodass der maximale Verkehrsfluss erreicht werde. Aber er schliesst nicht aus, dass mit dem Ende der Schulferien in einer Woche das Verkehrsaufkommen noch mehr zunimmt, was zu zusätzlichen Staus führen könne.