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Das Ziel für das Zentrum Mitte ist erreicht

Die Projektierung und Planung einer Neuüberbauung im Zentrum von Oensingen ist abgeschlossen. Mit der Abgabe des genehmigten Gesamtprojektes an die privaten Investoren wurde der Zweck der Gesellschaft erreicht. Ihr Auftrag ist offiziell für beendet erklärt.

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Zentrum

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Solothurner Zeitung

Armand Rindlisbacher

Es war am 25. Januar 2006, als sich die Einwohnergemeinde, die Bürgergemeinde, die Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu (GAG), die Genossenschaft Pflegewohnung Brüggli, die Raiffeisenbank, die Spitex, der gemeinnützige Verein für Alterswohnen und eine Gruppe aus dem Oensinger Gewerbe zu einer einfachen Gesellschaft, der «IG Zentrum Mitte», zusammenschlossen. Nach dem Leitsatz «zusammenführen, was zusammengehört» verpflichteten sich die Gesellschafter damit zur Planung einer Überbauung im Zentrum von Oensingen bis zur Baureife sowie zur Vorbereitung und Gründung einer privatrechtlichen Trägerschaft für eine gesamtheitliche Projektrealisierung. Das Vorhaben sollte vor allem die Bedürfnisse der einzelnen Akteure sowie weiterer interessierter Kreise aus dem Gewerbe im Dienstleistungsbereich abdecken. Nach fast dreieinhalb Jahren ist dieses Ziel nun erreicht und laut Gesellschaftsvertrag kann damit auch die IG wieder aufgelöst werden.

«Das Kind ist erwachsen geworden»

«Unser Kind ist flügge geworden, jetzt können wir es in die Selbstständigkeit entlassen», stellte IG-Geschäftsführer Werner Hunziker einleitend zur abschliessenden Sitzung erfreut fest. Er meinte damit den schwerpunktmässig vollzogenen Projektierungs- und Planungsauftrag, aus dem schliesslich über einen Wettbewerb das Siegerprojekt «Die Fantastischen Vier» und, als Folge davon, ein neuer Teilzonenplan Dorfzentrum und der «Gestaltungsplan Zentrum Mitte» mit speziellen Zonen- und Gestaltungsvorschriften hervorgegangen sind. Letzten Februar wurden sowohl das Projekt Zentrum als auch die neuen Planungsgrundlagen und Bauvorschriften vom Regierungsrat genehmigt und damit die rechtliche Basis für eine Baubewilligung geschaffen.

Die IG hat aber auch den Erwerb der Liegenschaften und Grundstücke im Planungsgebiet durch die Einwohnergemeinde, die Bürgergemeinde und die Raiffeisenbank erwirkt und ein neues Verkehrsregime und ein Konzept für ein neues gestalterisches Entwicklungsleitbild initiiert. Weiter hat sich die Gesellschaft ebenso dafür eingesetzt, dass die Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu (GAG) für ihr Pflegeheim im Oensinger Zentrum für die ersten 15 Jahre ein unentgeltliches Baurecht eingeräumt erhält. Dieses Entgegenkommen seitens der Standortgemeinde stellt einen Gegenwert von zirka 450 000 Franken dar.

Mit Umwegen und Stolpersteinen

Hunziker machte bei seiner Rückblende auf die Meilensteine keinen Hehl daraus, dass der Weg zum Ziel steinig war. Es habe mehr als einmal genügend Gründe gegeben, um zu resignieren. Die Problematik, in einem gewachsenen Dorfkern etwas Grösseres zu verändern und zum Teil brachliegenden Raum qualitativ und strategisch aufzuwerten, sei allgemein unterschätzt worden. Ohne tatkräftige Gemeindebeteiligung wäre der «Zentrums-Spirit» wohl eine Illusion geblieben, glaubt Hunziker. Nur dank einer ergebnisorientierten Zusammenarbeit und dem Stehvermögen der Gesellschafter während des langen Planungsprozesses habe der Ziel letztlich erreicht werden können. Dieses Stehvermögen wurde aber auch Werner Hunziker - unter Beifall - attestiert.

Grosses Lob für Burris Wirken

Besonderen Dank für den «fantastischen Einsatz» zugunsten der IG und des Projektes Zentrum sprach Hunziker dem aus dem Amt scheidenden Gemeindepräsidenten Ruedi Burri aus. «Sein unermüdlicher Einsatz, seine Standfestigkeit sind in jeder Phase für das Gelingen des Vorhabens absolut entscheidend gewesen.» Burri habe es geschafft, alle für das Zentrum relevanten Prozesse in konkreten Beschlüssen der Gemeindeversammlung und des Gemeinderates zu verankern», würdigte Hunziker die Arbeit seines engsten Mitstreiters. Nun liegt das planungsrechtlich genehmigte Projekt Zentrum Mitte bei den Investoren GAG, Raiffeisenbank und Espace Real Estate als Totalunternehmung. Diese nehmen nun die Detailplanung in Angriff.

Die Rechnung der IG Zentrum Mitte schliesst bei einem Umsatz von 436 422 Franken ausgeglichen ab. Hauptausgabeposten waren die Wettbewerbskosten, Planungskosten (Teilzonen- und Gestaltungsplan), raumplanerische Vorabklärungen, Grundlagenarbeiten und Beratungshonorare.

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