Spezial-Piercing
Das wollte er noch tun vor seinem Tod: 75-Jähriger lässt sich an Haken aufhängen

Nachdem ihm fälschlicherweise Krebs diagnostiziert worden ist, wurde dem Ostdeutschen klar: Er will nicht sterben, bevor er nicht seine Grenzen ausgelotet hat. Und so liess sich der Rentner in einem Piercingstudio an zwei durch die Rückenhaut gestochenen Haken aufhängen.

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An zwei Haken im Rücken durch die Luft schwingen. Das stand noch auf Werner Deichmanns Liste der Dinge, die er vor seinem Tod machen wollte.

Der 75-Jährige gebürtige DDR-Bürger erfüllte sich am Sonntag in einem Zürcher Piercing-Studio diesen Wunsch. Tele Züri hat ihn begleitet und die doch recht grenzwertige Form von Körperkunst gefilmt.

«Ich hatte fälschlicherweise eine Krebsdiagnose – und da wurde mir bewusst, dass ich im Leben so einiges verpasst habe», erklärt Deichmann.

Im Internet habe er dann gesehen, dass es so etwas gibt. Für Deichmann genau das, was er noch gemacht haben wollte in seinem Leben.

Und so wurden ihm am Sonntag zwei Haken in die Rückenhaut über den Schulterblättern gestochen. An diesen wurde er dann an ein Seil an die Decke des Piercing-Studios gehängt, so dass er hin- und herschwingen konnte.

«Die Haut hält das easy aus»

Laut dem Piercier hält die menschliche Haut so etwas problemlos aus: «Die Haut ist sehr, sehr belastbar, die hält das easy aus», so Chris Schmalholz.

Auf die Frage des Tele-Züri-Reporters, ob dies nun etwas Schönes sei, sagte Werner Deichmann: «Der erste Sex ist ja auch nicht unbedingt der schönste im Leben.»

Nach fünf Minuten hatte er dann aber doch genug. Bevor die Piercer die Haken wieder entfernten, betrachtete Deichmann diese im Spiegel. Sein Fazit: «Das ist eine kleine Heldentat.» (smo)