Das WohnWerk steht vor der Heimkehr

Bald am Ziel: WohnWerk-Geschäftsführerin Nicole Wagner mit Bewohner Bruno im Gebäudeteil, wo später gearbeitet wird. Im Hintergrund ist das Wohngebäude mit der künftigen Cafeteria zu sehen.

WohnWerk

Bald am Ziel: WohnWerk-Geschäftsführerin Nicole Wagner mit Bewohner Bruno im Gebäudeteil, wo später gearbeitet wird. Im Hintergrund ist das Wohngebäude mit der künftigen Cafeteria zu sehen.

Der Rohbau des WohnWerks ist fertig. Im November wird der Neubau an der Missionsstrasse 47 bezogen

Franz Osswald

«Webstube» hiess es früher und war stadtbekannt, was später Kannenfeldwerkstätten genannt wurde und heute WohnWerk heisst. Und so stadtbekannt wie damals wollen Betreiber, Betreuerinnen, Bewohner und Mitarbeitende wieder werden.

Diese aufstrebende Entwicklung zeigt sich deutlich am Neubau des Werk- und des Wohngebäudes an der Missionsstrasse 47 - mitten in der Stadt. Gestern war Aufrichtefest, im November soll die von allen lang ersehnte Heimkehr Tatsache werden.

Direkt an der Strasse gelegen

Das Wohngebäude, das einst ganz hinten auf dem Grundstück versteckt stand, präsentiert sich neu direkt an der Strasse. Die Hinwendung zur belebten Strasse ist Konzept, denn der Austausch zwischen der Quartierbevölkerung soll damit gefördert werden. Das ihre dazu beitragen wird die Cafeteria, die als Speiselokal für die Bewohnerinnen und Bewohner dient, aber auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich sein wird.

In den vier Obergeschossen kommen je vier Wohneinheiten pro Stock zu liegen, also insgesamt 16 Zimmer. Sie werden von zwei Wohngruppen mit acht Personen genutzt werden. Für zwei Zimmer steht ein Badezimmer zur Verfügung. Wie gross denn die Zimmer sind, fragt eine künftige Bewohnerin, die Vorfreude, aber auch eine gewisse Unsicherheit ist spürbar. Mit 16 - 18 Quadratmetern werden die neuen Zimmer deutlich grösser ausfallen als im alten Wohnheim. Fehlen wird der grosszügige Garten, Grünflächen sind aber vorgesehen und «Lauben-Balkone», auf denen auch bei schlechtem Wetter die frische Luft genossen werden kann.

Hell und grosszügig

Hell und freundlich werden die neuen Arbeitsplätze ausfallen, denn beim Neubau sind grosse Fensterfronten vorgesehen. Grosszügig sind auch die Lagerflächen konzipiert, was bei zunehmendem Kostenbewusstsein der Auftraggeberfirmen einen Standortvorteil bedeuten wird. Das WohnWerk ist mit seinen 136 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein mittleres Dienstleistungsunternehmen, das sich auf dem freien Markt behaupten muss und nach wirtschaftlichen Kriterien geführt wird.

Handarbeit ist es, die an diesem Ort von Menschen mit einer geistigen Behinderung auf hohem qualitativen Niveau und grösster Flexibilität geleistet wird. Im Neubau werden die Innenwände verstellbar sein, damit die räumlichen Bedingungen den vorliegenden Aufträgen angepasst werden können. Erholung findet die Belegschaft in den Pausen unter anderem auf der Dachterrasse.

Bundesbeitrag von sechs Millionen

Das Neubauprojekt wird insgesamt 25 Millionen Franken kosten. Davon wird der Bund - dank rechtzeitiger Eingabe, denn heute werden keine Beiträge mehr entrichtet - rund sechs Millionen Franken beisteuern. Noch bis am 19. Juni werden Spenden gesammelt, Ziel wären 12 Millionen Franken die 10-Millionen-Grenze ist bereits geschafft. Der Rest wird über eine Hypothek finanziert. Gelegenheit zum Spenden wird der abschliessende Sponsorenlauf vom 19. Juni mit viel Prominenz bieten.

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