Zweimal Zwillinge

«Das war schon happig»: Eine zweifache Zwillingsmutter erzählt

Das Bild stammt aus dem Jahr 2010, die Altersangabe in den Klammern gilt für heute: Kurt (58) und Denise Fluri (49) mit ihren Kindern Martin (9), Christine (16), Fabienne (13), Mireille (16) und Philipp (9).

Das Bild stammt aus dem Jahr 2010, die Altersangabe in den Klammern gilt für heute: Kurt (58) und Denise Fluri (49) mit ihren Kindern Martin (9), Christine (16), Fabienne (13), Mireille (16) und Philipp (9).

Vier der fünf Kinder des Solothurner Stadtpräsidenten Kurt Fluri sind Zwillinge – seine Frau Denise teilt ihre Erfahrungen.

«Unsere Familie gleicht einem Ameisenhaufen. Es ist ein ständiges Hin und Her. Kommen die Buben nach Hause, müssen die Mädchen auch schon wieder los. Heute zum Beispiel zum Synchronschwimmen. Unsere Zwillingstöchter begannen gemeinsam damit.

Es blieb aber nicht beim klischierten Bild zweier Zwillingsmädchen, die auch noch synchronschwimmen: Die eine hörte wieder damit auf. Seither geht unsere dritte Tochter Fabienne – unser ‹Einzelkind› – mit der älteren Schwester hin.

Fabienne übernimmt eine Art ‹Scharnierfunktion› zwischen den älteren und den jüngeren Zwillingen. Früher spielte sie oft mit den jüngeren Buben zu Hause, begleitete aber bereits ihre älteren Schwestern zum Skifahren.

Bis zur Geburt unserer ersten Zwillinge, Christine und Mireille, arbeitete ich auf einer Bank. Den Übergang vom Berufsalltag zu jenem einer Vollzeitmutter war schwierig. So schön es auch war: Die unterschiedlichen Bedürfnisse der Zwillinge parallel zu stillen, war anstrengend.

Ich hatte aber früh Hilfe guter Babysitter, sodass ich auch mal Zeit zum Sporttreiben fand oder einen Abend mit meinem Mann verbringen konnte. Apropos: Als ich meinen Mann heiratete, wusste ich um die knappe Zeit Bescheid, die seine Politikerkarriere mir und der Familie entgegenbringen würde. Dass es dann aber gleich fünf Kinder sein würden, hätte ich mir nicht träumen lassen.

Mein Mann ist häufig unterwegs, doch unterstützt er mich, wo er kann, wenn er zu Hause ist. Berufstätig war ich seit der Geburt der ersten Kinder nicht mehr. Ich habe aber immer ehrenamtlich gearbeitet. Seit fünf Jahren bin ich Gemeindeschreiberin der christkatholischen Kirchgemeinde Solothurn. Das bringt Abwechslung.

Auch als Fabienne zur Welt kam, machte ich noch vieles selber. Inzwischen waren wir von einer Blockwohnung in ein grosses Haus umgezogen. Richtig streng wurde es mit der Geburt der Zwillingsbuben vor sieben Jahren.

Um das Platzproblem zu lösen, musste die Garage einem weiteren Kinderzimmer weichen. Wie normal bei Zwillingen waren auch Martin und Philipp etwas früh dran. Unsere beiden ‹Herren› hatten es eilig, auf die Welt zu kommen, und wir mussten sie aufpäppeln. Dazu hatte ich Hilfe von Praktikantinnen.

Besonders schwierig war und ist noch immer der Spagat, den man vollzieht: Man muss auch den älteren Kindern genügend Aufmerksamkeit schenken. Kommt hinzu, dass die Buben anfälliger waren als die Mädchen. Ständig litt einer von ihnen an einer Mittelohrenentzündung. Das war schon eine happige Zeit.

Mich freute die Nachricht über das doppelte Zwillingsglück von Federers sehr. Aus Erfahrung kann ich sagen: Es ist sehr schön, doch man braucht bildlich gesprochen sehr grosse Arme. Grosse Zuneigung also. Und viel Geduld im Alltag.

Stellen Sie sich vor, Sie sind mit Ihren Zwillingen alleine in der Stadt unterwegs und am Kinderwagen bricht ein Rad ab. Das ist mir selber passiert. Alleine schaffen Sie es nicht mit Einkäufen und zwei Kindern auf den Armen auf den Bus nach Hause. Sie müssen ein Taxi nehmen oder um Hilfe fragen.

Ich möchte zukünftigen Zwillingseltern nicht unbedingt Tipps geben, einen praktischen habe ich aber trotzdem: Lange Zwillingskinderwagen sind viel praktischer als die breiten, mit welchen man an den Kassen im Einkaufszentrum oder in den Türen stecken bleibt.»

Aufgezeichnet: dfu

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