Dietikon
Das Ungetüm im Dachstock

Neun Monate vor der Wiedereröffnung der «Krone» in Dietikon ist man mit den Arbeiten auf Kurs – sie sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Danach folgen Testläufe insbesondere für die Haustechnik.

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Krone

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Limmattaler Zeitung

Matthias Kessler

Nein, sein Versteck befindet sich nicht im Untergeschoss. Dort hat der Gewölbekeller, der künftig als Saal für Vereinstreffen, Hochzeiten, Lesungen oder auch Konzerte dienen wird, seinen Platz - bereits ist die feuchtigkeitsabweisende Isolation an den Wänden angebracht, der Betonboden gegossen. Bis zur Eröffnung am 1. April 2010 erhält die Decke, das Original, eine Auffrischung, der Boden wird mit Tonplatten verlegt, die Wände in Holz eingekleidet, wie Stephan Corsten, Projektleiter bei der Hochbauabteilung der Stadt Dietikon erklärt.

Nichts von ihm zu sehen ist auch in den anderen Bereichen im Untergeschoss, in den Lager- und Toilettenräumen. Und auch im Erdgeschoss lässt es sich nicht blicken. Dafür lässt sich nach Beendigung der statischen und raumbildenden Arbeiten erahnen, wie es künftig sein wird, als Gast in die «Krone» zu kommen. Durch den Biergarten gelangt man zum Haupteingang an der Südseite des Gebäudes, der sich somit neu dort befindet, wo seit den 1950er-Jahren und bis vor dem derzeit laufenden Umbau (siehe Update) die Bäckerei angebaut war. Seit den Anfängen der «Krone» zu Beginn des 18. Jahrhunderts bis zur Erstellung des Anbaus sei der Haupteingang bereits an dieser Stelle platziert gewesen, sagt Corsten.

Über die Originaltreppe nach oben

Durch den Haupteingang geht es in die Café-Bar, rechts folgt die Lounge, ein doppelgeschossiger Raum. Und von dort geht es geradeaus ins Hauptrestaurant, in dem die Holzwände und die Fensterbänke als Referenz an früher beibehalten werden sollen. Ebenso ist im Erdgeschoss die Küche zu finden.

Umgestaltung

Die «Krone», seit 2005 im Besitz der Stadt Dietikon, wird nach Plänen von Architektin Tilla Theus umgebaut. Im Erd- und Untergeschoss entstehen ein Gastrobetrieb mit Café-Bar, Lounge, Bistro und Gewölbekeller, in den oberen Stockwerken Büroflächen. Für den Umbau hatte das Dietiker Stimmvolk einen Kredit von 9,4 Millionen Franken gesprochen. Die Pächtersuche läuft. (mke)

Die Suche muss also auf die oberen Stockwerke ausgeweitet werden. Über die barocke Treppenanlage geht es ins erste, ins zweite, ins dritte Stockwerk. Hier sind Räume am Entstehen, die an Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich, beispielsweise Anwaltskanzleien oder Ärzte, vermietet werden sollen. Fertig ausgebaut werden nur ein Saal an der Nordostecke des ersten sowie ein Zimmer im Nordwestbereich des zweiten Stocks. An diesen Stellen sind die vor einem Jahr beim Umbau freigelegten Deckenmalereien zu sehen, an deren Erhaltung sich der Kanton mit maximal 160 000 Franken beteiligt (Ausgabe vom 8. April). Wie die übrigen Flächen in den oberen Bereich ausgestaltet werden, ist Sache der Mieter.

Komfortlüftung für alle möglich

Zu finden ist es, das Ungetüm, ganz oben, im Dachstock - vom dritten Stock noch eine kleine Zusatztreppe hinauf, hinter der Türe auf der linken Seite. Grün ist es, schwarze Röhre ragen aus ihm heraus, silberne Schächte sind zu sehen: die Lüftung, die für eine angenehme Atmosphäre sorgen soll. Der Einbau der Lüftung sei zusammen mit den beiden Liften - einer vom Parterre in den dritten Stock, einer vom Parterre ins Untergeschoss - der grösste Einschnitt in den historischen Bau gewesen, sagt Corsten. Nach der Beendigung der Bauarbeiten voraussichtlich Ende Jahr brauche es dann eine gewisse Zeit, die Lüftung, Kostenpunkt: 287 000 Franken, richtig einzustellen.

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