Tunnel
Das Teamwork klappte auch im Tunnel

Polizei, Feuerwehr und Sanität übten gestern in Bern den Ernstfall. Im Neufeldtunnel, der Mitte August eröffnet wird, wurde ihnen eine knifflige Aufgabe gestellt.

Drucken
Teilen
Wehr

Wehr

Solothurner Zeitung

Johannes Reichen

In der Hektik bleibt Zeit für eine kurze Zärtlichkeit. Nachdem der Feuerwehrmann endlich die Hecktüre entriegelt hat, kümmert er sich ein paar Sekunden um den Hund, der eben noch eingesperrt war, streicht über das Fell. Dann schliesst er die Türe wieder. Es gibt jetzt noch anderes zu tun in dieser Übung.

Der Ernstfall wurde geprobt, gestern im Berner Neufeldtunnel. Die Berner Kantonspolizei, die Berufsfeuerwehr Bern, die Sanitätspolizei Bern, das Care-Team Kanton Bern, Gebäudeversicherung und Bernmobil übten ihr Verhalten bei der simulierten Massenkarambolage.

Knifflige Ausgangslage

Ein frontaler Zusammenstoss, der zu einer Massenkollision führt, so sah das Szenario aus. Acht Autos, zwei Anhängerzüge, zwei Sattelschlepper sowie ein Bus waren am Ende involviert. Vier schwer und vier leicht Verletzte galt es zu bergen. «Eine knifflige Situation für die Rettungskräfte», sagte Jürg Bissegger, Übungsleiter der Polizei. In der Realität dagegen dürfte die Komplexität in der Regel geringer sein.

«Wenn der Tunnel eröffnet ist, werden wir kaum mehr Gelegenheit haben, eine solche Übung durchzuführen», sagte Beat Gruber, Projektleiter des städtischen Tiefbauamts. Die Rettungskräfte sollten sich darum nicht langweilen. «Unmöglich ist nichts, aber alltäglich wird ein solcher Unfall nicht sein.» Verzichtet wurde dafür auf eine Übunganlage mit Feuer und Rauch, was die Dauer der Übung verlängert hätte.

Verletzte und Verwirrte

Um 8 Uhr wurde von einer SOS-Säule im Tunnel bei der Notrufzentrale der Kantonspolizei Alarm geschlagen. Dann griff ein Rädchen ins andere. Um 8.08 Minuten später war das erste Feuerwehrauto vor Ort.

Rund 140 Rettungskräfte standen bei der Übung im Einsatz. Es galt, eingeklemmte Personen aus gekippten und zerquetschten Autos zu befreien, eine Horde in Panik geratener Businsassen in Schach zu halten, Verwundeten erste Hilfe zu geben. Eine gute Stunde nach dem Alarm waren alle Verletzten - die Statisten stellte der Samariterverein Mühleberg - mindestens auf dem Weg ins Spital.

Das Fazit sämtlicher involvierter Organisationen fiel sehr positiv aus. «Der Test wurde gut bestanden», sagte Projektleiter Gruber. Die Zusammenarbeit verlief sehr gut und professionell», sagte Martin Tschumi, Offizier der Berufsfeuerwehr Bern. Für diese Übung waren frühere Ernstfälle eine gute Übung. Auch Daniel Baumberger von der Sanitätspolizei Bern lobte das Teamwork: «Wir kennen einander mittlerweile sehr gut.»

Aktuelle Nachrichten