Das Studieren ausprobiert

Seline Marer und Anina Strübin aus Möhlin haben letzte Woche an der Zürcher Hochschule der Künste das Studentenleben ausgetestet.

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Aargauer Zeitung

Lilly-Anne Brugger

Industrial Design. Diesen Workshop haben Seline Marer und Anina Strübin aus Möhlin während einer Woche an der Zürcher Hochschule der Künste besucht.

«Ich zeichne gerne Sachen, auch Möbel», sagte Anina Strübin und wies den Verdacht, dass sich Mädchen nur für Kleidungsdesign interessieren, von sich. «Spannend am Industrial Design ist, dass ich nicht nur mit dem Gehirn, sondern auch mit den Händen arbeiten kann», pflichtete ihre Schulfreundin Seline Marer umgehend bei.

Nachfrage ist gross

Neben Seline und Anina haben auch weitere Schüler die Probevorlesungen zu Industrial Design besucht. Das ist eine der Studienrichtungen, die Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren im Rahmen des Junior Design Department an der Zürcher Hochschule der Künste ausprobieren konnten.

Bereits zum vierten Mal gewährte die Hochschule mit dieser Veranstaltung Einblick in den Studienalltag. «Die rund 100 Plätze, die wir jeweils anbieten, sind meist schon nach kurzer Zeit ausgebucht», zog der Verantwortliche Hansuli Matter Bilanz. Er ist auch Studiengangleiter des Bachelor of Arts in Design, des grössten Studiengangs, den die Zürcher Hochschule der Künste anbietet.

Matter betonte, dass die Schnupperveranstaltung sehr nah am Studienalltag sei: «Am Morgen belegen die Jugendlichen eine von vier Vorlesungen, am Nachmittag können sie einen Workshop wählen, der entweder ergänzend ist zur Vorlesung am Morgen oder ein ganz anderes Thema abdeckt.»

DVD-Regale entwickelt

Seline und Anina wissen noch nicht, ob sie später an der Hochschule der Künste studieren wollen. Die Vorlesung Industrial Design hat ihnen trotzdem Spass gemacht, denn die beiden haben gelernt, wie viele Schritte es braucht, bis eine Idee schliesslich als fertiges Möbelstück dasteht. «Wir haben zuerst einige Ideen aufgezeichnet und nachher daraus fünf weitere Ideen entwickelt», erzählte Anina, die in ihrer Freizeit auch gerne kreativ tätig ist. Schliesslich hatte sie sich entschieden, ein DVD-Regal zu designen.

Auch ihre Schulfreundin Seline arbeitete an einem DVD-Regal. Dieses hat eine ganz besondere Form: Es sieht aus wie ein schräges D. Der Zufall hat Seline geholfen, diese Form zu entwickeln: «Als ich das Modell gebaut habe, hat sich die Form zu einem schrägen D verschoben», erzählte sie.

Aufwand hat sich gelohnt

Auch wenn das Studentenleben an der Hochschule der Künste den beiden Mädchen Spass gemacht hat, an eines konnten sich die beiden noch nicht so richtig gewöhnen: das lange Zugfahren. «Das ist manchmal ziemlich langweilig», meinte Seline. Doch der Aufwand hat sich gelohnt: Die beiden Mädchen haben einen Eindruck erhalten, wie ihr späteres Studium aussehen könnte.

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