«Das sind Sandkasten-Spiele»

Die Exekutiven rechts der Limmat sind überrascht über das Interesse des ehemaligen Eigentümers, das Land südlich des Altersheims zurückkaufen zu wollen. Gesprä-chen über eine private Realisierung von Alterswohnen will man sich aber nicht a priori verschliessen.

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Altersheim Weiningen

Altersheim Weiningen

Aargauer Zeitung

Matthias Kessler

Von Interesse habe er schon von verschiedenen Seiten gehört, was die Planung eines Projekts für Alterswohnen in Weiningen von privater Seite angehe, sagt Unterengstringens Gemeindepräsident Peter Trombik. Konkretisiert habe sich bislang jedoch nichts. «Man kann schon ein Vorhaben ins Blaue hinaus vorbereiten - aber so einfach ist das auch wieder nicht», so Trombik. Beispielsweise könne das Grundstück südlich des bestehenden Altersheims Im Morgen in Weiningen, derzeit in einer Zone für öffentliche Bauten, von der Gemeinde Weiningen wieder in eine Reservezone umgezont werden. Was derzeit in Bezug auf dieses Gebiet laufe, bedeute deshalb noch nichts, «das sind Sandkasten-Spiele», hält er fest.

Die fünf Gemeinden rechts der Limmat hatten auf dem Grundstück einen Neubau für gegen 29 Millionen Franken projektiert, der Platz für rund 50 Wohnungen für betreutes Wohnen im Alter bieten sollte. Das Projekt Alba Vinea scheiterte 2008, nach sieben Jahren Vorbereitung, an der Urne - zu teuer, zu hohe Mietkosten, zu grosses Risiko für die öffentliche Hand, so der Tenor in der Bevölkerung. Nun wird die Realisierung eines ähnlichen Vorhabens von privater Seite geprüft; ein ehemaliger Landbesitzer erwägt, von seinem Rückkaufsrecht Gebrauch zu machen (siehe Update und Ausgabe von gestern).

Er wolle dieses Thema erst mit seinen Ratskollegen besprechen, erklärte Hanspeter Haug, Präsident der Standortgemeinde Weiningen, auf Anfrage. Konstantin Schütterle, Weiningens Sozialvorstand, der als Präsident der Alters- und Pflegeheimkommission Im Morgen an vorderster Front für «Alba Vinea» gekämpft hatte, sagte seinerseits, man habe von der konkreten Rückkaufsabsicht des früheren Landbesitzers bislang nichts gewusst.

«Auf alle Seiten offen sein»

Ebenfalls überrascht, gleichzeitig verhalten positiv zur Kenntnis genommen hat man die Pläne von privater Seite in Oetwil, Geroldswil und Oberengstringen. Nach der verlorenen Abstimmung müsse man «auf alle Seiten offen sein», sagt etwa Oetwils Gemeindepräsident Paul Studer. Und ergänzt: «Wenn ein Investor Interesse hat, muss man sich die Ideen anhören und sich dann eine Meinung bilden.»

Update

Rückkaufsrecht: Die Gemeinden rechts der Limmat wollten auf dem Gebiet südlich des Altersheims in Weiningen ein Neubau mit betreutem Wohnen im Alter realisieren. Nach der Ablehnung des Projekts Alba Vinea vor einem Jahr können die ehemalige Grundeigentümer, die Erben Heinrich Meier-Gubler, ab nächstem Jahr ihr Rückkaufrecht ausüben; es gilt für drei Jahre. Die Firma Sensato ist mit der Losinger Construction AG daran interessiert, auf diesem Grundstück ein Projekt für Alterswohnen rechts der Limmat zu realisieren. (mke)

Ähnlich argumentiert Ursula Hofstetter, Gemeindepräsidentin von Geroldswil; wenn die Interessenten an sie heranträten, wolle man sich die Sache anschauen. Die Frage sei allerdings, ob daraus eine günstigere Lösung entstehe als beim Vorschlag zu «Alba Vinea».

Als «etwas, das man prüfen muss», bezeichnet auch Oberengstringens Gemeindepräsident Reto Cavegn die Idee. Sie könne «eine Chance sein», eine Chance, die man diskutieren müsse.

Keine weitere Umzonung notwendig

Abgesehen vom Interesse der Gemeinden an einem möglichen Nachfolge-Projekt zu «Alba Vinea» bleibt die Frage, ob ein privater Investor in einer Zone für öffentliche Bauten denn überhaupt bauen darf.

Ja, heisst es vonseiten des Rechtsdiensts der kantonalen Baudirektion. Das Erstellen einer Liegenschaft in einer solchen Zone sei gemäss Paragraf 60 des Planungs- und Baugesetzes dann zulässig, wenn der Zweck, für den das Gebiet ein- oder umgezont wurde, eingehalten sei respektive auch in Zukunft eingehalten werde.

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