Mathias Küng

Der Aargau liegt bei den steuerbaren Einkommen (vgl. Update) mit durchschnittlich 66000 Franken hauchdünn unter dem Schweizer Durchschnitt. Die nebenstehende Aargaukarte bestätigt das Bild vom «Speckgürtel» entlang der Autobahn. Sie zeigt, wie sich der Bezirk Rheinfelden nahe Basel entwickelt. Im Osten profitieren die Grenzgemeinden zu Zürich im Bezirk Bremgarten.

Beim steuerbaren Durchschnittseinkommen schafft es prompt eine Mutschellen-Gemeinde in die Liga der Gemeinden mit über 96000 Franken: Oberwil-Lieli (in der Karte mit der Nummer 1) erreicht 105000 Franken. Knapp noch nicht in dieser Top-Kategorie folgen Arni (Nummer 2, 93000 Franken) und Bergdietikon (Nummer 3, 92000 Franken). Am anderen Ende der Skala stehen Schlossrued (Nummer 4) mit 54000, Rümikon (Nummer 5, 54000) und Schmiedrued (Nummer 6) gar mit nur 49000 Franken.

Wachstum unter Durchschnitt

Interessant sind nicht nur absolute Zahlen, sondern auch die jährlichen Veränderungen gegenüber der ersten Datenerhebung 2003. Das ergibt zwar nur eine dreijährige Momentaufnahme, doch sie zeigt einen Trend. Der ist für den Aargau positiv. Er liegt mit 0,96 Prozent im Plus. Allerdings ist das unter dem Schweizer Durchschnitt.

Alle Bezirke im Plus, aber...

Das stärkste inneraargauische Einkommenswachstum erfolgte in diesen drei Jahren in den Bezirken Rheinfelden/Laufenburg sowie Muri/Bremgarten. Sie legten je über 1 Prozent zu. Erfreulich: Kein einziger Bezirk ist im Minus – einige Gemeinden aber schon. Das trifft im Bezirk Brugg, der mit 0,5 Prozent das schwächste Einkommenswachstum verzeichnete, leider für zehn Gemeinden zu. Am stärksten traf es das kleine Gallenkirch (–5,5 Prozent; in der Grafik Nummer 7), Etzgen (–1,69 Prozent, inzwischen Teil von Mettauertal, Nr. 8) und Bünzen (–1,38 Prozent, Nummer 9). Keine einzige Gemeinde mit Minuswachstum weisen die Bezirke Baden und Zofingen auf. Das grösste Wachstum bei den steuerbaren Einkommen erlebte Geltwil mit 7,14 Prozent (Nummer 10 in der Karte), gefolgt von Kallern (+5,3 Prozent, Nummer 11) und Mettau (+3,8 Prozent, 12, inzwischen Teil von Mettauertal).

Brogli: «Nicht nachlassen»

Welche Schlüsse zieht «Aarau» aus dieser Datenfülle? Landammann Roland Brogli: «Die Statistik ist einerseits ein Zeichen eines stärker werdenden Standortwettbewerbs der Regionen in der Schweiz. Das für den Aargau ausgewiesene leicht unterdurchschnittliche Wachstum bis 2006 zeigt, dass unsere in den letzten Jahren verstärkten Anstrengungen in unserer Finanz-, Steuer- und Infrastrukturpolitik dringend notwendig waren.»

Brogli erwartet, «dass sich die jüngsten Reformen im Steuerbereich positiv auswirken». Er ist auch weiterhin überzeugt, «dass wir in unseren Anstrengungen für einen attraktiven Standort für Privatpersonen wie auch für Unternehmen nicht nachlassen dürfen». Dabei sei es ihm «ein zentrales Anliegen, dass die Einkommensunterschiede zwischen den einzelnen Regionen mit einem effizienten Finanzausgleich und einer Anpassung der Strukturen in den Gemeinden und Regionen verringert werden müssen».