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Das Schweizer Fernsehen filmt in Beinwil am See

Das Filmteam von SF DRS entdeckt den Aargau - und dreht einen Dokfilm der Beinwiler Operette «Der Zigeunerbaron». Seit dem 1. Dezember macht das Schweizer Fernsehen die Theatergesellschaft Beinwil unsicher.

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Operette Beinwil am See
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Operette Beinwil a. S.
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Operette Beinwil am See

Aargauer Zeitung

Peter Siegrist

Ein Fernsehteam unter der Leitung der Realisatoren Denise Langenegger und Beat Häner begleitet seit Wochen die Vorbereitungen der Theatergesellschaft Beinwil für die neue Produktion «Der Zigeunerbaron».

Das Fernsehen ist omnipräsent, und zwar vor und hinter den Kulissen, im Foyer, im Keller und im Dorf.
Beachteten die Leute zu Beginn der Proben die Fernsehleute noch respektvoll, ist es wenige Tage vor der Premiere so, dass sich einige bei den folgenden Aufführungen fragen: «Wo sind denn die Fernsehleute, die sind ja sonst auch auf der Bühne?» Denise Langenegger, eine Vollblutjournalistin mit mehrjähriger Erfahrung als SF-Korrespondentin in New York, hat die Szene gewechselt, von der Skyline zur Operette im Seetal. Sie ist mitverantwortlich für das Sammeln «der Geschichten» der Dokumentarsendung mit dem Arbeitstitel «Ein Dorf spielt Operette».

AZ Aargauer Zeitung Lesen Sie mehr dazu morgen in der Aargauer Zeitung, Regionalteil Lenzburg.

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Denise Langenegger spürt Geschichten auf, denn ein Drehbuch wie für einen Spielfilm gibt es für eine Dokserie nicht. «Ich bin immer da, wo etwas geschieht, wo etwas Neues dazukommt», sagt die Redaktorin. Sie begleitet einzelne Personen aus dem Chor, einzelne Solisten und die Leitung der Produktion von den Proben bis zur Premiere. Immer wieder werden Sänger und Spieler zu ihrem Erleben befragt. «So erfahre ich viel», sagt Langenegger, «spüre viel von der aufkommenden Hektik, Spannung und Freude vor der nahenden Premiere.»

Filmen ohne Drehbuch bedeutet natürlich nicht konzeptlose Arbeit: «In den geplanten drei Folgen wollen wir den Zuschauern zeigen, was alles nötig ist, bis eine derartige Produktion über die Bühne geht», sagt Denise Langenegger. Dabei werde kein Bereich ausgelassen, Bühne, Orchester, Kostüme, Requisiten, Vorverkauf, Verkehrsdienst, alles wird dokumentiert. Selbst bei der Rekrutierung der beiden Säuli auf dem Bauernhof war ein TV-Team vor Ort. «Das Operettenfieber hat auch die Realisatorin gepackt. «Die Musik begleitet mich durch den Tag, am Morgen erwache ich mit Klängen des ‹Zigeunerbarons› in den Ohren.»

Durch ihre Präsenz über Wochen hat die Journalistin mit «ihren Protagonisten» Kontakte geknüpft und erhält auch Zugang zu deren persönlichem Befinden. Das Reizvolle an der Arbeit ist für Langenegger, dass «jeder Tag offen ist». Sie komme an und tauche ein ins Geschehen. «Ich renne zwar hin und her mit dem Kamerateam», sagt sie, aber im Hinterkopf behalte ich natürlich die Gesamtgeschichte.

Sie sei beeindruckt von dem grossen Engagement der vielen Mitwirkenden. «Ja, ich habe die Leute gern bekommen, freue mich, ihnen zu begegnen», erzählt Langenegger, «viele haben Vertrauen geschöpft, öffnen sich und erzählen.» So wird es möglich, einmal zu zeigen, «wie es wirklich ist.»

Als Realisatorin dieser umfangreichen Produktion koordiniert und dirigiert Denise Langenegger den Einsatz der Kamerateams. Während der Kameramann sich mit Bildausschnitt, Fokus, Licht und Blende auseinandersetzt, ist der Tontechniker mit seinem Mikrofon am Galgen am «Herausfischen» von Tönen. Kameramann und Tontechniker sind ein eingespieltes Team. Ohne Worte bewegen sie sich auf der Szene, immer so, dass von der Technik nichts im Bild zu sehen ist.
Am nächsten Samstag wird das Fernsehteam das Premierenfieber einfangen und dann mit insgesamt über 100 Stunden Filmmaterial nach Zürich zurückkehren.