Peter Weingartner

Mit dem Kauf des ersten Schulhauses von Gontenschwil 1988 rettete Rosemarie Stucki das kleine Häuschen vor dem Verfall. Letztes Jahr hätte sie es aus Altersgründen gerne der Gemeinde zurückgegeben, zumal die Gemeinde ein Vorkaufsrecht hat. Doch so weit kam es nicht. Zuerst musste eine Initiative den Gemeinderat dazu zwingen, einen solchen Rückkauf überhaupt zu traktandieren. Und dann ging der Rückkauf an der Gmeind vor einem Jahr ganz knapp - mit 47 zu 44 Stimmen - bachab. Die Argumente des Gemeinderats - kein Bedarf, zu teuer - verfingen offenbar.

Das Haus hätte den Kaufpreis plus die ausgewiesenen Renovationskosten (122 000 Franken), zusammen 130 000 Franken, gekostet. Die Fronarbeit, welche die Verwandtschaft, allen voran Rosemarie Stuckis Bruder Rudolf Maurer, geleistet hatten, sowie Mobiliar und Geschirr hätte die Besitzerin nicht gerechnet.

Kauf und Erhalt erklärte Ziele

Das Haus steht nicht unter Denkmal- oder Ortsbildschutz. Da die Bau- und Nutzungsbeschränkungen im Mai aufgehoben wurden, könnte ein Käufer das Haus umbauen, umnutzen oder gar abreissen. Die Besitzerin will das Haus aber erhalten und erhielt bei einem Augenschein (vorerst) ideelle Unterstützung von Hansueli Glarner, Kulturchef des Kantons Aargau. Sein Tipp, eine Trägerschaft zu gründen, wurde mit der Gründung der «Vereinigung Schüeli Gontenschwil» am Wochenende umgesetzt.

Der Verein will das mehr als 200 Jahre alte Häuschen kaufen und dessen Erhalt in der heutigen Form und den Unterhalt als kulturhistorisches Denkmal sicherstellen. Man hofft auf Unterstützung seitens des Kantons. Immerhin sei das Haus das älteste Einraumschulhaus in der weiteren Region.

Bereits 60 Mitglieder

Mit einem Jahresbeitrag von 40 Franken ist man dabei. Am Wochenende war an zwei Tagen mit Musik und Festwirtschaft Gelegenheit, dem Verein beizutreten. Kassierin Monika Haller: «60 Personen sind bereits der Vereinigung beigetreten.» Das Datum des Kaufes ist von den finanziellen Möglichkeiten abhängig; auch Sponsoren sind gesucht.

Das Haus soll weiterhin für die Durchführung von Feiern, Kursen, Ausstellungen und anderen geselligen und kulturellen Anlässen dienen. An der Gründungsversammlung nahmen gut drei Dutzend Personen teil. Sie wählten Helen Sommerhalder zur Präsidentin. Der älteste «Schüeli-Haller», Jakob Haller aus Menziken, macht Werbung, Vermietung und Hauswart. Walter Forrer amtet als Aktuar.

Rolf Bolliger und Siegfried Sommerhalder (ab 1. Januar 2010 Gemeinderat) vervollständigen den Vorstand. Auf Letzterem, Ehemann der Vereinspräsidentin, lasten wohl auch Erwartungen: Hans Häfelis Dank nach der Versammlung galt vorab Rosemarie Stucki und Rudolf Maurer, die «in die Bresche gesprungen» seien, als «der Gemeinderat versagt» habe.

Übrigens: Der Ertrag aus den Artikeln, die die Noch-Besitzerin hergestellt und am Wochenende am Schüeli-Basar verkauft hat, kommt in die Vereinskasse.