Das Rössli muss nochmals warten

Es war bereits klar: Die Liegenschaft Rössli sollte zu einem möglichst guten Preis verkauft werden. Inzwischen ist in Füllinsdorf wieder alles anders. Zumindest bis April.

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Restaurant Rössli

Restaurant Rössli

Daniel Aenishänslin

Die Füllinsdörfer Einwohnergemeinde-Versammlung vom vergangenem Mittwoch sistiert den Beschluss, den sie vor zwei Jahren traf. Damals beschloss sie, die Liegenschaft Rössli ohne Auflagen an den Meistbietenden zu veräussern. Der Entscheid kommt mit 88 zu 40 Stimmen zustande.

Gleichzeitig weist sie die beiden weiteren Traktanden zurück, weil nächsten Monat Füllinsdorf zur Zukunftskonferenz lädt. Dann soll sich die Bevölkerung zur Entwicklung ihrer Gemeinde äussern.

Die GV will die Resultate der Zukunftskonferenz abwarten, bevor sie einerseits einen Kredit über 80000 Franken für Studienaufträge zum Rössli gutheisst und andererseits den Grundsatzentscheid trifft, ob das Rössli auch abgerissen werden darf.

Zuerst Unsicherheit

Oft votieren die Stimmberechtigten emotional. Offenbar bewegt dies auch den Gemeinderat, der an diesem Abend plötzlich nicht mehr sicher ist, über welchen Antrag überhaupt abgestimmt werden kann. Letztlich klärt sich die Lage, und Füllinsdorf setzt sich mit dem Entscheid der Stimmberechtigten noch einmal auf die Wartebank. Ob das den Entscheid von 2008 zu kippen vermag, bleibt dahingestellt.

Im Saal werden auch nüchterne bis kritische Stimmen laut. Peter Cairoli wirft ein: «Wäre es tatsächlich ein Bedürfnis, am Rössli festzuhalten, hätten wir heute dieses Problem gar nicht.» Peter Schenk meint: «Die Idee, an diesem Standort ein Begegnungszentrum zu verwirklichen, ist schlicht gescheitert.» Das Zentrum Füllinsdorfs habe sich aufgrund eines Strukturwandels vom Dorfkern hinab in die Ebene des Schönthals verlagert.

Frühestens im Jahre 2016

Markus Stücklin wundert sich über den Kredit für die Studienaufträge: «Damit nehmen wir doch einem allfälligen Investor nur die Arbeit ab.» Lukas Imark gibt zu bedenken: «Wenn alles schnell geht, wird ein neuer Bau frühestens 2016 fertig gestellt werden können.» Für Gemeinderat Beat Keller muss auch nicht zwingend in aller Eile neu gebaut werden. Für ihn dreht sich die Diskussion um ein «Jahrhundertprojekt», weil es sich um einen Eingriff im Dorfkern handle.

Zwei interessierte Investoren haben bis heute Füllinsdorf wieder den Rücken gekehrt, weil für sie die Rahmenbedingungen nicht tragbar waren. Vielleicht löst die kommende Zukunftskonferenz das Problem der Gemeinde mit einem neuen Quartierplan und damit neuen Perspektiven.

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