Ernte

Das Regenwetter zerstört den Gemüsebauern ihre Ernte

Das schlechte Wetter hat Auswirkungen auf den Gemüse-Anbau - zum Beispiel auf die Salatköpfe des Feldhofes der Stiftung MBF in Frick.

Nass!

Das schlechte Wetter hat Auswirkungen auf den Gemüse-Anbau - zum Beispiel auf die Salatköpfe des Feldhofes der Stiftung MBF in Frick.

Das anhaltende Regenwetter im Fricktal hat Auswirkungen auf den Gemüse-Anbau. Zum Beispiel durch Krankheiten und Schneckenbefall.

Ladina Kunz

Es scheint, als sage der Wetterfrosch immer wieder das Gleiche: Regen. Und leider war dieser meistens im Recht. Das Wetter im Fricktal war in den letzten Tagen schlecht und die Wettervorhersagen für das Wochenende sehen düster aus.

Den Fricktalerinnen und Fricktalern schlägt dieses anhaltende Grau auf das Gemüt, möchten sie doch endlich den warmen Sommer vor der Haustür begrüssen dürfen. Es scheint, die Einzigen, welchen die Nässe gefällt, sind die Tiere.

So war ein rot-brauner Hund zu beobachten, der mit grossen Sprüngen auf das Feld rannte und «Platsch»: Das Wasser spritzte in alle möglichen Richtungen.

Krankheiten und Schnecken

Solche Pfützen sind auch auf vielen Fricktaler Gemüsefeldern zu sehen. Was hat dieses Regenwetter wohl für Auswirkungen auf die wachsenden Nahrungsmittel? Martin Koller, Forscher Gemüse-Anbau im FiBL Frick, sagt: «Der Regen hat verschiedene Auswirkungen auf das Gemüse.

Krankheiten, Schneckenbefall und die Tatsache, dass die Felder durch den nassen Boden nicht bepflanzt werden können, gehören zu den grössten Belastungen durch die Nässe.»

Krankheiten können die Pflanzen bei hoher Luftfeuchtigkeit und nassen Blättern schneller befallen und führen unter anderem zu Fäulnis. So sind in dieser Zeit häufig Salatköpfe mit schwarzen, faulen Stellen zu sehen.

Nicht nur den Hunden, sonder vor allem auch den Schnecken gefällt diese Feuchte durchaus gut. Da es nicht zu kalt ist, sind sie zudem in ihrer Bewegung nicht eingeschränkt und können auf den Feldern Schaden anrichten.

Glücklicherweise kann Urs Stäuble, Teamleiter des Feldhofes der Stiftung MBF in Frick, noch keine grossen Auswirkungen durch Schnecken oder Krankheiten auf seinen Feldern beobachten. Ein Problem sieht er jedoch darin, dass die Felder nicht bestellt werden können. «Durch den nassen Boden konnten wir nichts anpflanzen und können dadurch auch erst später ernten.»

Eine weitere Verzögerung liegt aber auch im Wachstum der Pflanzen selbst. Martin Koller erklärt: «Durch den nassen Boden, mit wenig Sauerstoff, kann der natürliche Dünger nicht umgewandelt werden und die Pflanzen können ihn nicht aufnehmen.»

Kälte kommt dazu

Das Jahr 2010 war eher kalt und am Wochenende steht die «Schafskälte» vor der Tür. «Die Kälte ist für die Gemüsepflanzen nicht so schlimm. Da auf unserem Feldhof aber die Gewächshäuser mit Tomaten, Gurken und Peperoni nicht geheizt sind, wird dies nochmals zu einer Verzögerung im Wachstum führen», sagt Urs Stäuble.

Auch Martin Koller sieht in der Verzögerung die grösste Auswirkung der Kälte auf die Pflanzen und fügt hinzu: «Die Nässe ist für das Gemüse schlimmer als die Kälte, da bei Regen die Pflanzen von Krankheiten befallen werden und kaputt gehen. Die Kälte verzögert einfach den ganzen Prozess.»

Kaum Schutz möglich

Doch kann man als Gemüse-Anbauer eigentlich die Pflanzen vor diesen Wetterbedingungen schützen? Urs Stäuble erzählt: «Vor zehn Tagen hat es in Frick kurz gehagelt, dadurch bekamen viele Salatköpfe Löcher; da kann man nichts machen.»

Laut Martin Koller seien, durch einen schonenden Umgang mit dem Boden oder durch vorbeugende Massnahmen gegen Schnecken oder Krankheiten, die Auswirkungen des Regens ein bisschen abzuschwächen. Doch schlussendlich, und da sind sich beide Experten einig, ist der Gemüsebauer dem Wetter ausgesetzt und gezwungen, damit umzugehen.

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