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Das Radio ist tot, es lebe das Radio

Aus, vorbei: Die Redaktorinnen und Redaktoren verfassen heute ihre letzten Beiträge für den Radiosender Basel 1. Am Arbeitsort deutet nichts auf das Aus hin. (Martin Töngi)

Radio Basel Redaktion

Aus, vorbei: Die Redaktorinnen und Redaktoren verfassen heute ihre letzten Beiträge für den Radiosender Basel 1. Am Arbeitsort deutet nichts auf das Aus hin. (Martin Töngi)

Nach 26 Jahren ist Schluss: Das Baselbieter Radio Basel 1 läuft heute zum letzten Mal. Danach gehört die Frequenz Radio Basel. Gesendet wird neu aus der Stadt.

Birgit Günter

Mit dem Baselbieter Lied will sich das in Liestal beheimatete Radio Basel 1 heute Abend um 18 Uhr von seinen Hörern verabschieden. Danach ist die Lebenszeit von Radio Basel 1 abgelaufen. Der Sender landet auf dem Haufen der Baselbieter Geschichte. Auf der bisherigen Frequenz läuft künftig der neue Sender Radio Basel.

Totaler Kurswechsel

Das einstige Oberbaselbieter Radio hat bereits einige Kurswechsel mitgemacht (siehe Kasten rechts), aber die jetzige Änderung ist mehr als ein Bruch: Es ist faktisch der Tod des bisherigen Baselbieter Radios. Zum Namenswechsel kommt ein neues Sendekonzept hinzu (das Programm besteht zur Hälfte aus Textbeiträgen), sowie ein neuer Standort (Basel statt Liestal). Auch das Team wird neu: Nur acht der 16 Redaktorinnen und Redaktoren dürfen morgen in Basel wieder arbeiten gehen. Die restlichen Verträge wurden gekündigt.

Dem Sender hat man bis zuletzt vom nahenden Ende kaum etwas angemerkt. «Wir wollten nicht auf die Tränendrüse drücken», erklärt Programmleiter Simon Thiriet. Dass «sein» Radio jetzt eingestellt wird, kommentiert er pragmatisch mit: «So ist der Markt. Wer zahlt, befiehlt.» Aber er hoffe natürlich schon, dass die Hörer einen «Verlust» empfinden würden. Thiriet, der beim neuen Radio nicht mit an Bord sein wird, gibt sich dennoch locker: «Ich bin sehr gespannt auf das neue Radio. Das neue Konzept gefällt mir gut.» Redaktionskollege Frank Linhart fügt an, dass er mit dem Radio schon mehrere Wechsel mitgemacht habe und schlicht gespannt sei, wie die Arbeit künftig aussieht.

Von Traurigkeit oder allfälligem Frust ist in den Liestaler Senderäumen erstaunlich wenig zu spüren. Die schlimmste Zeit sei bereits vorbei, sagt Thiriet. Das sei jene Phase der Unsicherheit gewesen, als unklar war, wer den Job verliere. Nachdem das geklärt war, haben sich die Basel 1-Leute gesagt: Und jetzt führen wir das ehrenvoll zu Ende. Die Normalität wurde nach Möglichkeit aufrecht erhalten.

Heute gibts «Highlights»

Erst heute thematisiert die Redaktion, dass das letzte Stündchen für Radio Basel 1 geschlagen hat. Während des Tages sollen «Highlights» der Basel 1-Geschichte eingespielt werden - wie etwa besonders lustige Versprecher. Die letzten Stunden am Mikrophon sein wird Jacqueline Wisentin. Sie freut sich bereits jetzt auf zahlreiche Feedbacks der Hörerinnen und Hörer.

Bisher gab es erst einzelne Reaktionen. In einem Mail, das der bz vorliegt, schreibt eine Hörerin: «Christian Heeb war ein guter Radiopionier, aber er sollte einsehen, dass eine andere Zeit gekommen ist, wo man nun den jüngeren Radiomachern Platz machen soll.» Andere Hörer drücken einfach ihr Bedauern aus und wünschen der Redaktion alles Gute. «Doch viele Leute dürften gar nicht mitbekommen haben, dass es Radio Basel 1 ab morgen nicht mehr gibt», vermutet Thiriet. Spätestens heute wird sich dies ändern.

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