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«Das passt nicht ins Stadtbild!»

Gleich 3 grosse Subway-Leuchtreklamen verunstalten den Eingang zu Badens Altstadt. «Hat die Stadtbildkommission geschlafen?», fragen sich Verärgerte.

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Aargauer Zeitung

Stefanie Niederhäuser

Was das Dach anbelangt, wurde beim ehemaligen Kafi Spitz schon beim Umbau vor vielen Jahren gesündigt: Die Bauherrschaft hat Ziegel erwischt, die nicht ins Altstadtbild passen (siehe AZ vom Mittwoch). Vor kurzem erhielt das Kafi nun noch einmal die Möglichkeit, zu einer Visitenkarte am Eingang der Altstadt Baden zu werden. Es war dank Renovation auf gutem Wege dazu: Der neue orangerote Anstrich wirkt frischer und einladender als das unscheinbare Grau der Jahre zuvor, das ganze Haus macht einen lebhaften, freundlichen Eindruck.

Gestörtes Stadtbild

Doch spätestens, wenn es dunkelt und die Lichter eingeschaltet werden - und das ist zur zeit wahrhaft früh -, wird das Bild schmerzlichst zerstört. Auf allen drei Seiten des Gebäudes, in das die amerikanische Sandwich-Kette Subway eingezogen ist, prangen übergrosse Leuchtreklamen. Sie passen nicht zu den Altstadthäusern und ihr kaltes Licht kontrastiert im Moment mit der stimmungsvollen Weihnachtsbeleuchtung der Weiten Gasse.

Freude löst diese Werbung keineswegs aus. «Ich ärgere mich über diese überdimensionierte Reklame», sagt eine Badenerin mit Leib und Seele. Mit dieser Meinung steht sie keineswegs allein da. Es sei schade, dass das Tor zu Badens Altstadt derart verunstaltet wurde, findet sie und fügt an: «Unsensibel ist es, so etwas zu bewilligen. Wir sind doch nicht in einer amerikanischen Grossstadt.»

Bewilligung erteilt

Für die Leuchtreklame musste Subway eine Bewilligung beantragen. Die Bewilligung wurde erteilt. Mit dem Gesuch hat sich die Badener Kommission für Farb und Reklame auseinandergesetzt. Die heutige Form sei bereits ein Kompromiss, sagt Hugo Aerni, Präsident der Farb- und Reklamekommission. Die ersten beiden Anträge seien zurückgewiesen worden, erst die abgeänderte, 3. Version, wurde bewilligt. «Die Reklame musste in Grösse und Menge reduziert werden», erklärt Aerni. «Nun entspricht sie den gesetzlichen Vorgaben.»

Gedimmt wär besser

Dass eine solche Reklame bewilligt wurde, wirft für die ärgerliche Badenerin die Frage auf: «Wofür haben wir überhaupt eine Stadtbildkommission, wenn sie solche Einschnitte in das Stadtbild nicht verhindert?» Die Stadtbildkommission habe mit der Bewilligung einer solchen Reklame nichts zu tun, erklärt Aerni. Damit befasse sich die Farb- und Reklamekommission. «Das Logo einer Firma steht. Man kann keine Kette einziehen lassen und ihr dann verbieten, ihr Logo zu präsentieren, nur weil es auffällig ist», sagt er.

Die Badenerin hofft deshalb, dass «Subway jetzt Goodwill zeigt» und die Bedenken der Bevölkerung respektiert. «Die Reklame ist ja nur montiert», sagt sie. Man könnte sie also entfernen oder wenigstens etwas dimmen, damit der Schriftzug nicht gar so stark heraussticht.

Die Wirkung der Reklame bei Dunkelheit sei bis jetzt noch nicht geprüft worden, sagt Aerni. Doch: «Das steht noch an.» Er schliesst nicht aus, dass die Leuchtkraft nachträglich gedimmt wird. «Wenn sich Leute gestört fühlen, kann auch nach der Bewilligung eine Dimmung verordnet werden.»