Sporthalle
«Das muss im Rahmen bleiben»

Anwohner der Zeininger Turnhalle Brugglismatt blicken «Midnight Sports» skeptisch entgegen. Im Herbst startet das Projekt «Midnight Sports» in Zeiningen. Anwohner der Turnhalle befürchten Lärmbelästigungen und Sachbeschädigungen, geben dem Projekt aber eine Chance.

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Kein Problem

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Aargauer Zeitung

Nadine Böni

«Ich finde es toll, dass Zeiningen etwas für die Jungen macht. Es ist eine Tatsache, dass die Jugendlichen heute nicht mehr wissen, wo sie hingehen sollen», erklärt Esther Spörri, Anwohnerin der Turnhalle Brugglismatt. Anwohnerin der Halle also, in der voraussichtlich ab Ende Oktober dieses Jahres das Projekt «Midnight Sports» durchgeführt werden soll. Jeweils am Samstagabend dürfen die Jugendlichen aus Zeiningen und dem Möhlintal dann die Turnhalle nutzen. Betreut werden sie von sechs Erwachsenen, Jugendliche organisieren ebenfalls mit. Bereits am Infoabend zum Projekt Ende April dieses Jahres hatte es kritische Stimmen von Anwohnern gegeben.

Angst vor Sachbeschädigungen

«Wenn das Projekt ‹Midnight Sports› funktioniert, ist das sicherlich eine gute Sache», erklärt Esther Spörri. Allerdings ist sie auch ein wenig beunruhigt: «Ich habe schon ein wenig Angst davor, was auf uns zukommt.» Vor allem vor Sachbeschädigungen fürchte sie sich. «Das ist bei uns auch schon vorgekommen, auch wenn es sich in letzter Zeit gebessert hat», erzählt Spörri.

Sie spricht anderen Anwohnern aus dem Herzen. Viele blicken dem Projekt skeptisch entgegen, sind aber gewillt, dem Projekt eine Chance zu geben. «Die Jugendlichen müssen einfach unter Kontrolle sein», meint ein Anwohner. «Ich bin grundsätzlich nicht dagegen, dass man etwas macht. Es sollte einfach im Rahmen bleiben», meint auch Esther Spörri.

Jan Sollberger ist im Namen des gesamtschweizerischen Fördervereins für die Gesamtkoordination von «Midnight Sports» im Möhlintal verantwortlich. «Zeiningen ist ein wenig vorbelastet von der Geschichte mit dem Jugendtreff», weiss er. Der Jugendtreff musste vor beinahe zwei Jahren geschlossen werden, weil es im Dorf immer wieder zu Sachbeschädigungen und Lärmbelästigungen gekommen war.

«Die Skepsis der Zeininger ist also verständlich», sagt Sollberger. Sollberger vertraut aber auf die zehnjährige Erfahrung, die «Midnight Sports» in anderen Gemeinden schon gemacht hat. «Von den 70 Projekten musste noch nie eines wegen Lärm oder Sachbeschädigung geschlossen werden», so Sollberger. «Jegliche Suchtmittel sind am ‹Midnight Sports› verboten. Die Jugendlichen müssen sich ausserdem in ein Gästebuch eintragen. So geht ihre Anonymität verloren, was Krawalle schwieriger macht», erklärt Sollberger.

Sollberger verspricht den Anwohnern Gespräche, einen Brief mit Informationen zum Projekt und einen weiteren Infoabend, an dem Fragen geklärt werden. «Wir hoffen, damit den Anwohnern die Ängste nehmen zu können», so Jan Sollberger.