FC Aarau

Das Kokettieren der FCA-Führung

Geniesst weiterhin das Vertrauen des Verwaltungsrats: FCA-Sportchef Fritz Hächler.

Fritz Hächler

Geniesst weiterhin das Vertrauen des Verwaltungsrats: FCA-Sportchef Fritz Hächler.

Bleiben Sie? Gehen Sie? Oder bleiben Sie doch? Aarau-Präsident Alfred Schmid und Sportchef Fritz Hächler haben gestern ihren Rücktritt angeboten. Der Verwaltungsrat hat das Begehren aber abgelehnt.

Felix Bingesser

Eine Krise ist immer auch eine Chance. Eine Chance, sich neu zu orientieren, eine Chance, die eigene Arbeit kritisch zu hinterfragen, eine Chance, neue Strukturen zu schaffen. Inwiefern der FC Aarau die derzeitige Krise als Chance nutzt, das werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. Klar ist: In der sportlichen Führung des Vereins sind verheerende Fehler gemacht worden. Dies ist in erster Linie an Sportchef Fritz Hächler festzumachen, dessen fehlende Fachkompetenz und dessen Führungsstil in einem Artikel in dieser Zeitung thematisiert wurden. Die Selbstherrlichkeit des Sportchefs, die in einer geradezu absurden Saisonplanung gipfelte, ist kein neues Thema. Sie ist aber durch die derzeitige sportliche Krise akzentuiert und thematisiert worden.

Kritik «unverständlich»

Für Präsident Alfred Schmid ist die Kritik an Hächler «unverständlich». Für die Aarauer Fussballfans, die mit feinen Sensoren die fatalen Fehlentwicklungen im Verein schon seit Monaten spüren, werden hier Ross und Reiter endlich beim Namen genannt. Auch Anhänger, Sponsoren und langjährige Vereinsmitglieder spüren, dass die derzeitige Krise «hausgemacht» ist.

Klar ist nun, dass die ganze Affäre vorderhand keine personellen Konsequenzen hat. Noch bis gestern waren Präsident Schmid und Hächler nach der Kritik an ihrer Arbeit willens, von ihren Ämtern zurückzutreten. Davon sind nach einer langen Sitzung mit Mitgliedern des Verwaltungsrates abgekommen. «Präsident und Sportchef haben heute ihren Rücktritt zur Diskussion gestellt, was der Verwaltungsrat jedoch klar abgelehnt hat», schreibt der FC Aarau in einer Medienmitteilung.

Zunehmend eine Hypothek

Schmid und Hächler haben beim FC Aarau in einer schwierigen Zeit Verantwortung übernommen. Ihre Verdienste dürfen nicht unter den Tisch gekehrt werden. Aber vor allem Hächler ist für den Verein zunehmend zur Hypothek geworden. Und es ist bedauerlich, dass er den Weg für einen Neubeginn nicht frei macht. Und genauso bedauerlich ist, dass Präsident Schmid seine persönliche Zukunft im FC Aarau von einer weiteren Zusammenarbeit mit Hächler abhängig macht.

So wird sich wenig ändern und mit Unterstützung der Boulevardmedien soll nun der Fokus wieder auf Trainer Jeff Saibene gerichtet werden. So soll beispielsweise ein lange geplanter Ausflug der Mannschaft mit einem Kurzbesuch am Oktoberfest zum Skandälchen aufgeblasen werden. Der Luxemburger gibt sich unbeeindruckt: «Ich mache meine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen. Ich weiss, dass wir mit diesem Ka-der ein Qualitätsproblem haben. Aber trotzdem bin ich überzeugt, dass diese Mannschaft zu mehr fähig ist, als sie zuletzt gezeigt hat.» Über die Trainerfrage, so die Medienmitteilung, soll in den nächsten Tagen diskutiert werden. Die Pflästerlipolitik geht weiter.

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