Andrea Weibel

Wer bei Familie Stalder in Wohlen zur Tür hereinkommt, wird stürmisch von zwei schwarzen Fellknäueln begrüsst – einem grossen und einem kleinen. «So klein war Zippo auch mal», lacht David (11) und zeigt auf den Labradorwelpen Aiko. So frech und winzig er ist, kann dieser bequem unter Zippos Bauch hindurchspazieren.

Lange konnten die beiden aber nicht miteinander herumtollen. Denn heute, nur zwei Wochen, nachdem Aiko bei Familie Stalder angekommen ist, muss Zippo diese in Richtung Blindenhundeschule Allschwil (Artikel unten) verlassen.

«Einfach ein toller Hund»

«Ich bin froh, dass wir schon einen neuen Welpen haben, dann wird sich zumindest mein Alltag nicht vollkommen ändern», nickt Nadja Stalder. «Aber Zippo kann er dennoch nicht ersetzen.» Das Jahr, in dem Zippo in Wohlen zu Hause war, hat ihn stark mit seiner Patenfamilie, vor allem aber mit Frauchen Nadja, zusammengeschweisst. «Wir haben sehr viel erlebt und ich habe tausend schöne Erinnerungen an ihn», erzählt sie.

Ihr Mann Michael hätte sich gar länger an Zippo gewöhnen können: «Wenn ich einen Familienhund wählen könnte, wäre es auf jeden Fall Zippo», lächelt er. «Er ist anhänglich und verspielt, hat aber all die negativen Marotten nicht, die ich sonst von Hunden kenne. Er frisst nichts, was er nicht darf, und er ist auch nicht so übermütig wie andere. Eben einfach ein toller Hund.»

«Zippo wird es gut haben»

«Es ist aber okay, wenn er geht», fügt Michael Stalder an. «Zippo wird seinem zukünftigen Herrchen oder Frauchen viel Freude bereiten. Ausserdem wissen wir, dass er es dort gut haben wird.» Diesen Punkt greift Nadja auf: «Sein ganzes Leben lang wird gut für ihn gesorgt, das ist mir sehr wichtig», bestätigt sie.

Auch die drei Kinder der Familie haben Zippo in ihr Herz geschlossen. Bereits zweimal mussten sie Abschied nehmen von einem Patenhund. «Eigentlich sollten wir unterdessen daran gewöhnt sein, aber es ist jedes Mal wieder hart», beschreibt Lea (14). Das kann auch Bruder David bestätigen. Dominic (16), der Älteste der drei, ist da etwas weniger sentimental: «Ich habe Zippo auch gern, aber dass er geht, ist mir eigentlich egal. Wir haben ja jetzt wieder einen Kleinen», erklärt er ehrlich.

Jedes Jahr einen Welpen

Trotz dem Trennungsschmerz, der tatsächlich auch nach mehreren Patenhunden nicht weniger wird, kann sich Nadja Stalder keine bessere Art der Hundehaltung für sich vorstellen: «Was wir tun, dient einem guten Zweck, den Hunden geht es gut – und ausserdem haben wir jedes Jahr wieder einen süssen kleinen Welpen», zählt sie schmunzelnd auf.