Wäbibar Egliswil Seon
«Das ist gelebte Jugendarbeit»

Lärmbelästigungen, Sachbeschädigungen und extremes Littering – die Vorwürfe gegen die Betreiber der Wäbibar in Egliswil sind happig. «Zu Unrecht», sagt Gemeindeammann Rolf Jäggi.

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Wäbibar Seon/Egliswil

Wäbibar Seon/Egliswil

Lenzburger Bezirks-Anzeiger

Philipp Muntwiler

Bei den Gemeinden Seon und Egliswil seien mehrere Beschwerden gegen den Betrieb der Wäbibar auf dem Areal der ehemaligen Buntweberei R. Müller & Cie. AG in Seon eingegangen. Gegenstand der Reklamationen: Sachbeschädigungen, Lärmbelästigung und viel Littering an der Aabach- und Webereistrasse in Seon. Weil sich die Wäbibar aber ennet dem Aabach auf Egliswiler Gemeindegebiet befindet, ist in dieser Sache der Gemeinderat von Egliswil gefordert.

«Die Wäbibar wird nicht nur von Jugendlichen aus Seon und Egliswil besucht», sagt Rolf Jäggi, Gemeindeammann von Egliswil. Weil es ein regionales Problem ist, haben sich die Gemeinderäte von Seon und Egliswil mit den Betreibern der Wäbibar und mit der Regionalpolizei Seetal an einen Tisch gesetzt. «Ich war erstaunt über die Führung dieses Betriebes», sagt Jäggi. Denn Zutritt zum Lokal bekommt nur, wer 16 Jahre alt ist und dies mit einem amtlichen Ausweis belegen kann.

Der Alkoholausschank wird ebenfalls streng kontrolliert. «Wir wollen den Jugendlichen beibringen, Alkohol nach Mass zu konsumieren», sagt Stephan Marti, Vertreter des Vereins Wäbibar.

Vorschriften werden durchgesetzt

Ein Türsteher kontrolliert alle Gäste, bevor sie das Lokal betreten. «Wenn jemand Probleme damit hat, seinen Ausweis zu zeigen, dann ist es vielleicht besser, wenn derjenige gar nicht erst ins Lokal kommt», sagt Marti. Und falls sich jemand drinnen schlecht aufführe, werde er ermahnt und im Wiederholungsfall mit Hausverbot belegt, das auch dem Bezirksamt gemeldet werde.

Gemeindeammann Jäggi lobt die Betreiber: «Das ist gelebte Jugendarbeit.» Denn hier bekomme die Jugend einen Raum, wo sie sich treffen dürfe und gleichzeitig den vernünftigen Umgang mit Alkohol lerne. Ausserdem dürfe man nicht alle Jugendlichen in einen Topf werfen. Denn die Regionalpolizei habe festgestellt, dass einige Urheber der Sachbeschädigungen und Lärmbelästigungen zwar aus dem Oholten-Quartier kämen, vorher jedoch nicht in der Wäbibar waren.

Die Betreiber der Bar seien zudem bemüht, ihren Beitrag zur Lösung der Abfallproblematik zu leisten, indem sie mithelfen, den Aabach zu reinigen, sagt Marti.

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