BZ

Das Internet als Mittel für bessere Luft

Das Internet als Mittel für bessere Luft

Das Internet als Mittel für bessere Luft

In den letzten zehn Jahren hat sich die Luft in Basel und Solothurn kaum mehr verbessert. Neben Kampagnen soll nun auch das Internet über die Luftqualität informieren.

Dina Zwimpfer

In Basel und Solothurn sind die Werte der Luftqualität des letzten Jahres vergleichbar mit denen der letzten fünf bis zehn Jahre. Während es in den 90er-Jahren eine massive Reduktion von Schadstoffen gab, ist die Entwicklung der letzten Jahre also leider praktisch gleich Null.

«Dies hat mit der Verbreitung von Fahrzeug-Katalysatoren in den 90er-Jahren zu tun, die zu einer spürbaren Verbesserung der Luft geführt haben», erklärt Hansruedi Moser vom Lufthygieneamt beider Basel.

Luftqualität stetig steigern

Da es in den letzten Jahren keine solch bahnbrechende technologische Erfindungen mehr gab, konnten die Werte seither nie mehr so drastisch verbessert werden. Neben Kampagnen soll deshalb nun auch eine Homepage vermehrt als Informationsquelle dienen und das Bewusstsein für die Luftqualität damit gestärkt werden.

Neu ist bei dieser Internsetseite nicht die Veröffentlichung der Messdaten an sich, sondern die optisch besser verständliche Darstellung dieser Daten. Eingefärbte Karten zeigen die aktuelle Luftqualität in Solothurn, Baselland und Basel-Stadt an. Zudem kann man sich in kleinen Filmen über die Entwicklung der Luftqualität der vergangenen zwei Tage informieren.

Dabei wird man vor allem zwischen städtischen und ländlichen Gegenden grosse Unterschiede feststellen können. Generell sind bei verkehrsexponierten Standorten und in Städten Stickstoffdioxid- und Feinstaubwerte höher als auf dem Land, während ländliche Gegenden höhere Ozonwerte haben. Mit zu viel Ozon hat man vor allem im Sommer an heissen und sonnigen Tagen zu kämpfen, während Feinstaub und Stickstoffdioxid in der kalten Jahreszeit problematisch sind.

Regionale Unterschiede

Insgesamt ist die Luftqualität in ländlichen Gegenden deutlich besser als in Städten. Grenzwerte, die sich die Kantone in regelmässigen Luftreinhaltungsplänen setzen, werden dort also weniger häufig überschritten. «Es ist allerdings nicht gleich eine gesundheitliche Katastrophe, wenn solche Grenzwerte überschritten werden», merkt Moser an.

Alles unterhalb der Grenzwerte würde bedeuten, dass sich auch gesundheitlich gefährdetere Gruppen wie etwa Asthmatiker keine Sorgen machen müssen. Wird der Grenzwert an einem Tag überschritten, kann das Luftvolumen abnehmen und beispielsweise vermehrt Bronchitis auslösen. «Doch dieses Risiko steigt nur relativ langsam an», beruhigt Moser. Unterschätzen sollte man die Gefahren aber trotzdem nicht. Eine neue Studie hat herausgefunden, dass bei Ansteigen von Feinstaubwerten im Winter auch notfallmässige Spitaleinweisungen wegen Herz- und Kreislaufproblemen zunehmen.

Nicht zu verwechseln ist das Thema der Luftqualität mit der Debatte zur Klimaerwärmung, obwohl es durchaus Verknüpfungspunkte gibt. «Sowohl für die lokale Luftqualität wie auch für die globale Klimaentwicklung wäre eine Reduktion vom Verbrauch von fossilem Brennstoff sehr wünschenswert», sagt Moser.

Weitere Informationen auf www.basler-luft.ch

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1